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Am ersten Tag in Santa Fe wird schnell unser nächster Fehler klar: wir haben kaum Bargeld im Gepäck. Nur leider gibt es hier keinen Bankautomaten – der nächste ist 37km entfernt. Doch unsere Posada-Besitzer sind unglaublich nett und hilfsbereit. Sie lassen uns die Übernachtung sowie das Essen in ihrem Restaurant ein paar Tage „aufschreiben“, am Tag vor der Abreise sollen wir dann nach Puerto La Cruz düsen, um Geld abzuheben, dann zurückkommen um unsere Rechnung zu begleichen.

Gesagt, getan. Der erste Geldautomat spuckt für uns kein Geld aus. Sowas kommt vor, einfach zur nächsten Bank. Nach vergeblichen Versuchen an ungefähr zehn Automaten von fünf verschiedenen Banken waren wir gelinde gesagt nervös. Die Automaten verlangten oftmals zusätzlich zum PIN noch die letzten Ziffern des Personalausweises (genauso wie die Kassierer an der Supermarktkasse übrigens). Dass das mit einem deutschen Reisepass nicht funktioniert, war eigentlich klar. Da steht man nun also mit umgerechnet 2€ in der Tasche und bekommt nirgendwo Geld her.  In diesem Moment konnten wir uns nicht mal mehr das Busticket zurück zum Strand leisten, wo unser Gepäck liegt.

Wir wissen bis heute nicht warum, aber der allerletzte Automat lässt plötzlich, als wir schon gar nicht mehr dran glauben wollten,  das ersehnte Rattern hören und spuckt Geldscheine aus. Die Erleichterung lässt sich kaum beschreiben.

Wir haben jetzt zwar Geld, aber wert ist es immer noch nichts. Dass ein Aufenthalt in Venezuela so nicht möglich ist, ist uns klar. Es muss eine Lösung gefunden werden. Man munkelt, es gebe Venezolaner mit einem europäischen Bankkonto, die einem, wenn man ihnen Geld überweist, Bolivares zum guten Wechselkurs ausgeben.  Weitere Recherche ergibt, dass es in Merida einen ebensolchen Hostelbesitzer geben soll. Also auf nach Merida…

Impressionen einer venezolanischen Busreise:

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Doch beim Stopover in Maracay schlägt die Pechkeule erneut zu: eine Tomatenscheibe auf einem Sandwich beschert mir einen wütenden Darmparasiten, der mich eine komplette Woche vollständig lahmlegt und meinen Bewegungsradius auf Bett und Bad beschränkt. So sitzen wir also eine Woche in einem kleinen, quadratischen und weiß gekachelten Zimmer fest, das uns noch dazu ein Vermögen kostet. Nichts scheint so wirklich zu helfen, bis wir letzten Endes ins Krankenhaus fahren – die dort verschriebenen Medikamente schlagen endlich an und es geht wieder bergauf.

Endlich können wir aufbrechen. Nach einer langen Nachtbusfahrt kommen wir in Merida an und finden auch prompt besagten Hostelbesitzer. Endlich können wir hier zu normalen Preisen leben und müssen nicht mehr jeden Bolivar dreimal umdrehen!

Merida ist genau der richtige Ort um wieder auf die Beine zu kommen, gelegen auf 1.700 Metern Höhe und malerisch eingekesselt von 5000ern. Merida ist eine Studentenstadt, das Sicherheitslevel ist hoch, die vielen Bars und Cafes einladend, in den Kneipen gibt es leckersten Rum und endlich haben wir auch eine Unterkunft, in der man sich wohlfühlen kann.

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