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In Cuzco haben wir uns mittlerweile schön gemütlich eingenistet und ein schönes Weihnachtsfest dort verbracht – doch dazu später mehr.

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester nutzen wir für eine Reise zu einem, wenn nicht sogar dem größten Touristenmagneten ganz Südamerikas mit 2000 Besuchern täglich: Machu Picchu.

Natürlich wird die Tourismus-Cashcow hier ordentlich gemolken, allein für die Zugfahrt zur alten Inkastadt sollen 48$ auf den Tisch gelegt werden. Für das peruanische Preisniveau völlig inakzeptabel. Glücklicherweise geht es auch günstiger, wenn auch umständlicher:

Mit dem Bus fahren wir zunächst von Cusco nach Santa Maria,  d.h. 7 Stunden im Rumpelbus durch enge Serpentinen. Das allein sorgt schon für leichte Übelkeit… Sitzplatz in der letzten Reihe, wo sich ausserdem nebenan noch eine fünfköpfige Familie drei Sitzplätze teilt. Und wenn einem nicht eh schon übel ist, dann hilft das Baby nach, das in die Windeln kackt und der grosse Bruder, der in den Bus kotzt.

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Trotz Übelkeit lassen wir uns ein irgendwie undefinierbares, dafür aber unschlagbar günstiges Mittagessen schmecken und treiben daraufhin einen Taxifahrer auf, der uns nach Santa Theresa fährt. Der Weg führt über mörderische Berg-Geröll-Strassen, auf denen Verkehrsschilder „Bitte vor den Kurven hupen“ empfehlen, und bei der Polizeikontrolle stellt sich raus, dass unser Fahrer leider keinen Führerschein hat. Mit einem „Naja, fahr aber vorsichtig“ lässts der Polizist dann aber auch schnell wieder gut sein.

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Weitere 5km hinter Santa Theresa gehts dann endgültig nicht mehr weiter und man folgt nochmal ca. 15km lang zu Fuss den Gleisen des Machu Picchu Zuges, bis man dann letztendlich auch in Aguas Calientes ankommt…
Vergleichspreis: 7€.

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In der Abenddämmerung kommen wir dann endlich auch in Aguas Calientes – oder „Machu Picchu Dorf“ –  an, einem künstlich aus dem Boden gestampften Ort, der eigentlich nur aus überteuerten Restaurants und Hostels besteht. Nun nur noch schnell die Eintrittskarte für den nächsten Tag besorgt (für 30 Euro…), eine Pizza verschlungen und ab ins Bett.

Nächster Tag, der Wecker klingelt um 4:00, es regnet in Strömen. Na toll…

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Morgens um 5 ist in Aguas Calientes schon einiges los… bei dem Wetter wollen alle Tickets für den (natürlich ebenfalls überteuerten) Bus, der einen die 8km lange Strecke zu Machu Picchu hochbringt.

Endlich an Machu Picchu angekommen sehen wir erstmals nicht viel, es regnet immer noch und ein Großteil der Ruinen ist hinter dickem Nebel verschwunden. Wir verkriechen uns erstmal in eine Scheune/Stall/Geräteschuppen, warten ab und lesen uns im Reiseführer noch ein bisschen schlau…

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Die Stadt wurde ca. um 1450 von den Inkas gebaut und ihr Zweck ist bis heute nicht ganz klar, v.a. weil keine überlieferten Dokumente existieren. Fest steht aber, dass die Stadt bei der Ankunft der Spanier noch nicht fertiggestellt war und Hals über Kopf verlassen wurde. Machu Picchu ist das einzige Inkabauwerk, das nicht von den Spaniern zerstört wurde, da sie es nie gefunden haben. Durch die einzigartige Architektur haben die Bauten auch durch keines der zahlreichen Erdbeben Schaden genommen. Die Stadt wurde dann erst 1911 durch Zufall wiederentdeckt, und zwar von dem Amerikaner Hiram Bingham. Zumindest ist das die offizielle Version, es ist ziemlich sicher, dass schon einige andere vor ihm dort waren, und den Einheimischen war Machu Picchu sowieso bekannt. Als Bingham dort ankam (er war von einem 8jährigen Indiojungen hingeführt worden), lebten drei Familien am Machu Picchu, die auf den alten Inka-Terrassen Landwirtschaft betrieben.

Machu Picchu ist Quechua und bedeutet „alter Gipfel“ oder „alter Berg“. Übrigens  sagt man nicht „Matschu Pitschu“, sondern „Matschu Piktschu“… erst vor kurzem wurde die „verlorene Stadt“ auch unter die 7 neuen Weltwunder gewählt…

Langsam aber sicher lässt der Regen zumindest etwas nach und der dickste Nebel verzieht sich… wir schauen uns in Ruhe um. Außerdem wundern wir uns über die Massen an Touristen, die sich hier tummeln. Asiatinnen in High Heels und mit Handtäschchen in der Armbeuge und Horden Amerikaner in Flip Flops… es scheint, sie seien alle nur wegen Machu Piccchu in Peru, denn im Rest des Landes sind sie uns noch nicht begegnet.

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Es ist absolut erstaunlich, wie sich dieses Bauwerk quasi nahtlos in die umliegenden Berge einfügt. Allein darüber, wie die einzelnen Bestandteile Machu Picchus an den Himmelsrichtungen, den Berggipfeln und den Sternen ausgerichtet und gebaut wurden, könnte man seitenweise schreiben. Auch die landwirtschaftliche Nutzung und der Anbau von Pflanzen, die auf dieser Höhe von 2.400m eigentlich nicht wachsen dürften, ist beeindruckend.

Irgendwann haben sich die Wolken komplett verzogen und der Machu Picchu zeigt sich in seiner ganzen Pracht… ein unbeschreiblicher Anblick! Wir sind uns sicher, Machu Picchu ist einer der magischsten Orte dieses Planeten!

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Wir besteigen noch den Nachbarberg Wayna Picchu. Täglich wird einer begrenzten Anzahl an Besuchern der Zutritt gewährt. Nach einer etwas rutschigen Kraxelei hat man von oben einen Gesamtüberblick über Machu Picchu. Klatschnass aber vollauf begeistern verlassen wir Machu Picchu und kehren tags darauf nach Cuzco zurück…

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