Kolumbien_9 (Large)_HL

Zwei weitere Tage verbrachten wir in Merida, anschließend sollte es dann weitergehen Richtung Kolumbien.

Unsere Sachen sind gepackt, wir sitzen noch im Hostel und warten auf den Bus, als wir es mitbekommen: Kolumbien hat ein Militaräbkommen mit den USA geschlossen, und das passt Chavez nun so gar nicht: gerade heute hat er deshalb zu Kriegsvorbereitungen gegen Kolumbien aufgerufen. Angeblich seien bereits 15.000 Soldaten auf dem Weg zur Grenze.

Ganz geheuer ist uns die Sache natürlich nicht. Andererseits ist Chavez ja bekanntlich ein ziemlicher Schwätzer, von seinen flammenden Reden muss man bestimmt die Hälfte abziehen. Wir gehen außerdem davon aus, als Touristen keine Probleme zu bekommen. Der Bus ist bezahlt, ein Flug zu teuer – wir fahren also los.

Nach 9 Stunden mit dem Bus sind wir in Maracaibo angekommen und steigen in einen „etwas ramponierten“ Kleinbus (jedoch mit gut funktionierender Musikanlage) in Richtung Grenze.

Kolumbien_9 (Large)

Nach einer Stunde, es war mittlerweile 8 Uhr morgens, hielt unser Fahrer für eine Frühstückspause:

Kolumbien_22 (Large)

In den folgenden 5 Stunden wurde unser Bus sage und schreibe 10 mal von uniformierten und bis an die Zähne bewaffneten Polizisten kontrolliert. Pässe raus – und, ja auch Geld raus. Zwischen zwei Kontrollen frage ich nach, wofür wir hier eigentlich ständig bezahlen. Die Antwort: „So geht die Kontrolle schnell über die Bühne. Ansonsten wird von jedem Passagier das Gepäck durchsucht. Das kann schnell mal zwei Stunden dauern – und danach fehlt bestimmt etwas.“

Eine Dame hat einen Käfig mit einem lebenden Truthahn dabei – eigentlich dürfen keine lebenden Tiere über die Grenze, ihr Schmiergeld fällt daher entsprechend etwas höher aus. Bei einer der letzten Kontrolle noch Aufregung, ein Passagier wird festgenommen und abgeführt. Ich frage den Busfahrer, was denn los war, der zuckt nur die Achseln. „Naja, sein Ausweis war gefälscht, war wohl ein gesuchter Verbrecher. Hätte er halt mehr bezahlen müssen.“

Der Grenzübergang an sich lief verglichen damit völlig reibungslos und fast schon langweilig ab. Ausreisestempel, Einreisestempel, wir sind in Kolumbien. Wir suchen uns einen der zweihundert Geldwechsler aus, die auf uns einschreien und bezahlen mit unseren frischen Pesos den nächsten Bus. Nochmals drei Stunden fahren, und wir sind in Santa Marta, wo wir die Nacht verbringen.


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>