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Rio de Janeiro – allein diesen Namen auszusprechen löst eine Flut an Assoziationen aus: an der Copacabana in strahlendem Sonnenschein einen Caipirinha schlürfen, während knapp bekleidete Schönheiten zu Sambaklängen die Hüften schwingen lassen… die Erwartungen sind riesig und die Vorfreude auch!

Doch zunächst begrüßt uns Rio mit richtigem Sch…wetter und gesalzenen Preisen.

IMG_3789 (Andere)Insgesamt verbringen wir eine Woche in Rio – die erste Hälfte in einem 12er Dorm, mit 3er (!) Stockbetten, danach ziehen wir um in ein Doppelzimmer für den gleichen horrenden Preis (in Bolivien hätten wir dafür nächtigen können wie die Fürsten).

Nachteil an unserem Doppelzimmer: der Raum ist so klein, dass wir beide Rucksäcke auf das Beistelltischchen stapeln müssen, damit wir die Tür noch öffnen können und zwischen den beiden Betten noch eine Person stehen kann.

Vorteil daran: weil nichts auf dem Boden liegt, wird auch beim Wolkenbruch, der nachts unser Zimmer unter Wasser setzt, nichts nass!  Der Hostelbesitzer drückt uns kurzerhand den Wischmop in die Hand, bei dem Spottpreis können die ruhig selber wischen, hat er sich wahrscheinlich gedacht.

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Nach zwei Tagen traut sich endlich die Sonne wieder raus und Rio bemüht sich, all unsere Klischees zu erfüllen: da sind sie plötzlich, die Strandschönheiten, die Kokosnüsse, die Caipirinhas! Wir verbringen ganze Nachmittage an Rios Stränden Ipanema und der Copacabana, die eigentlich eher Sportplätze und Fitnessstudios sind. Ganz Rio scheint sportverrückt zu sein – Joggen, Fußball, Volleyball, Inline-Skaten, Surfen, Krafttraining, und sowas wie Fuß-Brust-Kopf-Ball (wie Volleyball, nur ohne Hände) – alles wird am Strand und an der Strandpromenade entlang ausgeführt.

Brasilien_1 (Andere) Brasilien_76 (Andere) Brasilien_97 (Andere) Brasilien_83 (Andere) Brasilien_91 (Andere) Brasilien_95 (Andere)Vom Corcovado und auch vom Zuckerhut aus bekommt man nochmal einen ganz anderen Blick auf die Stadt, und man kann verstehen, warum viele Menschen Rio als die schönste Stadt der Welt bezeichnen. Wie sich Rio in die einzigartige Kulisse aus Hügeln, Buchten und Küstenlinie einfügt, ist unbeschreiblich.

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Bei Favelas handelt es sich um Elendvierteln bei denen die Bewohner nicht über legalen Grundbesitz verfügen und die Unterkünfte nur provisorisch gebaut werden.Sie werden oft als „Stadt in der Stadt“ bezeichnet, da sind weitgehend unabhängig von der offiziellen Stadtverwaltung organisiert sind, oft unter der Leitung des Anführers des dortigen Drogenkartells.Ca. 950 Favelas gibt es in der ganzen Stadt verteilt.
Rio gehört zu den 5 gefährlichsten Städte der Welt, was vor allem durch die Favelas bedingt ist, mit einem Guide kann  man sich aber trotzdem ruhigen Gewissens hineintrauen. Marcello Armstrong ist der Pionier in Sachen Favela-Tours, die mittlerweile ein fester Bestandteil der Tourismusindustrie Rios sind.
Sein Anliegen ist es v.a. Vorurteile gegenüber den Favelabewohnern abzubauen, und zu zeigen, dass die meisten dort lebenden Menschen keine mordenden Drogendealer sind, sondern selbst unter der Situation leiden und gerne woanders wohnen würden, nur leider nicht können. Ausserdem sind die Favelas ein sehr grosser und wichtiger Teil der brasilianischen Kultur, weswegen man sie auch nicht einfach ausklammern sollte (so stammen zum Beispiel ein Großteil der am Karneval beteiligten Sambaschulen aus den Favelas der Stadt).
Wir haben uns vor allem deshalb für die Tour entschieden, weil ein grosser Teil des damit verdienten Geldes Sozialprojekten in der Favela zugute kommt, so zum Beispiel einer Tagesschule für Kinder, die wir auch besucht haben.

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Und natürlich zieht es uns auch in einem fußballverrückten Land wie Brasilien wieder ins Fußballstadion… das weltberühmte Maracana-Stadion, einst bekannt als das größte Stadion der Welt (beim Abschiedsspiel von Pele sollen beispielsweise 200.000 Zuschauer im Stadion gewesen sein), bevor es in den Neunzigern umgebaut wurde und nun „nur“ noch 96.000 Zuschauer fasst.

Angeblich konnten wir noch eines der letzten Spiele sehen, bevor das Stadion dann wieder für Umbauarbeiten, diesmal natürlich für die WM 2014, geschlossen werden soll.

Das brasilianische Pendant zum spanischen El Clasico, nämlich das sogenannte Fla-Flu Match (Flamengo gegen Fluminense) konnten wir leider nicht sehen, ein Stadtderby war es dennoch: Fluminense gegen Botafogo.

Das Stadion selbst war etwas enttäuschend, sehr flach nach außen gehend gebaut, ziemlich leer und was die Stimmung anbelangt mit Buenos Aires nicht vergleichbar. Positiv allerdings das Prinzip der freien Platzwahl, so kann man auch während des Spiels problemlos quer durchs Stadion marschieren und verschiedene Plätze ausprobieren.

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