Ganz sind wir noch nicht fertig mit Alaska nach unserer Rückkehr vom Dempster Highway – ein paar Tage Natur und Wildnis haben wir noch vor uns. Dazu führt uns unser Weg langsam aber sicher wieder zurück in Richtung Anchorage, von wo aus wir unseren Weiterflug gebucht haben. Zuerst kommen wir wieder durch Dawson City, überqueren per Fähre den Yukon River und fahren über den Top of the world Highway – auch hier ist bereits der Herbst ausgebrochen.IMG_8181_1 (Medium) IMG_8182_1 (Medium) IMG_8197_1 (Medium)IMG_8203_1 (Medium)IMG_8209_1 (Medium)IMG_8211_1 (Medium)IMG_8214_1 (Medium)IMG_8226_1 (Medium)Der nördlichste Grenzübergang zwischen Kanada und den USA, im dichten Nebel. Die Grenze ist dermassen am Arsch der Welt, dass die Grenzbeamten in kleinen Holzhütten gleich nebenan wohnen, und sobald ein Auto über die Grenze will, einfach kurz ihre Wohnung verlassen.

IMG_8224_1 (Medium) IMG_8233_1 (Medium)Auf unserem Weg Richtung Süden kommen wir durch Chicken, ein kleines, verrücktes Goldgräberdorf. Das Dorf hiess ursprünglich „Ptarmigan“, benannt nach dem Nationalvogel Alaskas. Da diesen Namen aber niemand aussprechen konnte, und der Vogel irgendwie aussieht wie ein Huhn, nannte man sich der Einfachheit halber eben Chicken. Ausserdem lässt sich das super gut vermarkten :)

IMG_8239_1 (Medium)Begrüßung in Chicken

IMG_8241_1 (Medium) IMG_8242_1 (Medium) IMG_8243_1 (Medium) IMG_8245_1 (Medium) IMG_8250_1 (Medium) IMG_8252_1 (Medium) IMG_8253_1 (Medium)Auch heute wird hier noch Gold geschürft – für 10$ kann man hier vier Stunden lang auch selbst sein Glück versuchen.

IMG_8271_1 (Medium)Elch erspäht! Leider war er gleich wieder weg…

IMG_8276_1 (Medium)Die Regenbögen in Alaska sind einfach gigantisch!

IMG_8284_1 (Medium) IMG_8290_1 (Medium) IMG_8299_1 (Medium) IMG_8303_1 (Medium)Weißkopfseedler

IMG_8312_1 (Medium)Wir fahren vorbei an den Bergen des Wrangell-St.Elias Nationalparkes

IMG_8320_1 (Medium) IMG_8328_1 (Medium) IMG_8338_1 (Medium) IMG_8345_1 (Medium) IMG_8350_1 (Medium)Wir nähern uns Valdez

IMG_8371_1 (Medium)Der Worthington Gletscher

IMG_8377_1 (Medium) IMG_8383_1 (Medium) IMG_8390_1 (Medium) IMG_8392_1 (Medium) IMG_8402_1 (Medium) IMG_8419_1 (Medium) IMG_8430_1 (Medium) IMG_8432_1 (Medium) IMG_8434_1 (Medium) IMG_8440_1 (Medium) IMG_8443_1 (Medium) IMG_8446_1 (Medium) IMG_8452_1 (Medium) IMG_8456_1 (Medium) IMG_8459_1 (Medium) IMG_8464_1 (Medium) IMG_8475_1 (Medium)In Valdez endet die Trans-Alaska-Pipeline, die insgesamt über 1200km von der Prudhoe Bay ganz im Norden des Landes bis hierher führt und jeden Tag 120 Millionen Liter Rohöl befördert. Über weite Strecken verläuft die Pipeline überirdisch, da das 50 Grad warme Öl ansonsten den Permafrost-Boden schmelzen würde. Hier sieht man die weißen Öltanks, in denen das Öl auf seinen Abtransport durch Öltanker wartet.

Valdez und Öltanker? Dem ein oder anderen fällt dabei vielleicht noch das Unglück der Exxon Valdez ein, die genau hier 1989 auf ein Riff auflief (weil der Kapitän betrunken war) und 37.000 Tonnen Rohöl verlor. Mehr als 2.000 Kilometer Küste wurden verseucht, Hunderttausende Tiere starben unmittelbar, die Folgen sind bis heute spürbar. Anscheinend muss man auch jetzt noch an den Stränden nur einige Zentimeter tief graben, um noch Öl zu sehen. Die Exxon Valdez führt bis heute zusammen mit beispielsweise Tschernobyl die Liste der größten vom Menschen verursachten Katastrophen an.

IMG_8481_1 (Medium) IMG_8483_1 (Medium) IMG_8486_1 (Medium) IMG_8487_1 (Medium)In Valdez endet nicht nur die Reise von einem ganzen Haufen Rohöl, sondern auch von Abertausenden von Lachsen, die jedes Jahr aus dem Meer an ihre Laichgründe zurückkehren.

Hier wurde ein sogenanntes „Fischwehr“ errichtet – eine Tafel erklärt uns, dies sei nötig, um die Fische am Weiterschwimmen in weiter stromaufwärts gelegene Ökosysteme zu hindern, die diesen Ansturm an Fischen nicht verkraften würden.

So sieht man hier Tausende und Tausende von Fischen, wie sie mit allerletzter Kraft immer und immer wieder versuchen, das Fischwehr zu überwinden, bis sie schließlich am Fuße des Wehrs sterben. Natürlich erst nachdem sie ihre allerletzte Lebensaufgabe erfüllt haben, nämlich ihre Eier abzulegen. Die Kadaver der Fische sind nicht nur Nahrung für Vögel und Bären, sondern geben auch Nährstoffe ins Wasser ab, um die nächste Generation der Lachse schlüpfen zu lassen. Verrückte Natur.

IMG_8498_1 (Medium) IMG_8506_1 (Medium) IMG_8509_1 (Medium) IMG_8513_1 (Medium) IMG_8525_1 (Medium) IMG_8531_1 (Medium)IMG_8526_1 (Medium)IMG_8535_1 (Medium)IMG_8537_1 (Medium)

„Hm, wenn man hier doch nur angeln dürfte“ – denkt man sich bei solchen Bildern. Und tatsächlich, man muss sich nur 100 Meter vom Fischwehr entfernt befinden und schon ist angeln wieder erlaubt :) Da gelingt sogar uns ein Fang 😉

IMG_8551_1 (Medium)Und so kamen wir doch noch zu unserem selbst gefangenen, gegrillten Fisch! Einen Nachteil hat das ganze jedoch: wenn Lachse ihre Wanderung zu den Laichgründen antreten, hören sie auf zu fressen, bis sie am Ziel sind. Geschmacklich ist der Lachs also am besten, wenn man ihn noch aus dem Meer holt.

IMG_8553_1 (Medium) IMG_8560_1 (Medium)Unsere nächste Station heisst Seward auf der Kenai Halbinsel. Da die Fähre mal wieder sündhaft teuer ist, fahren wir eben wieder außenrum.

IMG_8572_1 (Medium)Auf dem Parkplatz von McDonalds hat wahrscheinlich auch noch nie jemand Nudeln gekocht :)

IMG_8590_1 (Medium) Straßenschilder werden in Alaska gerne mal für Schießübungen zweckentfremdet

IMG_8591_1 (Medium) IMG_8593_1 (Medium) IMG_8596_1 (Medium) IMG_8601_1 (Medium)In Seward hatten wir eigentlich vor, per Kanu den Kenai Fjords Nationalpark zu erkunden. Diesen Plan legten wir allerdings schnell wieder auf Eis, als wir erfahren, dass dafür wieder mal 400$ fällig wären und dass wegen orkanartiger Winde ohnehin alle Kanutouren der nächsten Tage gecancelt sind.

So besuchen wir zunächst mal das Alaska Sealife Center, welches sich auf die Erforschung und den Erhalt von Alaskas Meeresbewohnern spezialisiert hat und verletzte Tiere wieder in die Freiheit entlässt, nachdem sie dort gesund gepflegt wurden. Das Center wurde mit den Wiedergutmachungszahlungen der Exxon Valdez errichtet.

IMG_8604_1 (Medium) IMG_8606_1 (Medium) IMG_8609_1 (Medium) IMG_8619_1 (Medium) IMG_8636_1 (Medium)Als Alternativprogramm zum Paddeln entscheiden wir uns für eine Wanderung zum Harding Icefield, die einen über 1.000 Höhenmeter bis an das gigantische Eisfeld eines Gletschers bringt – sensationell!

Doch bevor es losgeht, müssen wir uns mal wieder mit den Bären-Sicherheitsvorkehrungen vertraut machen.

Wir fassen das nochmal zusammen:

1) Du siehst einen Bär, Bär sieht dich: Nicht wegrennen, nichts werfen, nicht auf einen Baum klettern. Mit dem Armen wedeln, mit ruhiger lauter Stimme zu dem Bären sprechen und sich langsam rückwärts entfernen.

2) Bär rennt auf dich zu: Nicht wegrennen! Ja richtig gehört, stehenbleiben. Weiter ruhig sprechen, mit den Armen wedeln. (Wer das schafft, hat meiner Meinung nach schon einen Orden verdient).

Richtig knifflig wirds aber bei Schritt drei:

IMG_8644_1 (Medium)3) Bär greift dich an: Spätestens jetzt sollte man sich auch mal in Ruhe drüber Gedanken machen, was für ein Bär einen da eigentlich angreift. Ist es ein Schwarzbär (der übrigens auch braun sein kann, was die Sache nicht einfacher macht), soll man sich wehren. Ist es ein Braunbär (Grizzly), soll man sich tot stellen. Grizzlys erkennt man an ihrem Buckel.

Besonders angetan hat es uns auf diesem Schild aber der letzte Punkt: „Wenn der Bär anfängt, dich zu essen, wehr dich.“ 😀 Na toll!

Nun aber zur Wanderung:

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Passenderweise fängt die Wanderin vor uns plötzlich auch an zu schreien: „Ein Eisbär! Ein Eisbär!“ Verdammt, keiner hat uns gesagt, was man bei einem Eisbären tun soll?“ Und dann schaltet sich auch schon der Verstand ein. Moment, Eisbären, soweit südlich? An einem Berghang?

IMG_8666_1 (Medium)War wohl doch nur ne Bergziege 😀

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IMG_8716_1 (Medium) IMG_8724_1 (Medium) IMG_8729_1 (Medium) IMG_8735_1 (Medium) IMG_8742_1 (Medium) IMG_8745_1 (Medium) IMG_8763_1 (Medium) IMG_8772_1 (Medium)Einfach wunderschön!

Unsere letzten beiden Tage in Alaska verbringen wir noch in den Wäldern und an den Seen der Kenai Halbinsel. Am letzten Tag waschen wir nochmals uns selbst, unsere Wäsche und unser Auto, bevor wir uns dann letzten Endes tatsächlich vom hohen Norden der USA verabschieden müssen.

IMG_8778_1 (Medium) IMG_8780_1 (Medium) IMG_8783_1 (Medium) IMG_8791_1 (Medium) IMG_8793_1 (Medium) IMG_8794_1 (Medium) IMG_8800_1 (Medium) IMG_8805_1 (Medium) IMG_8833_1 (Medium) IMG_8868_1 (Medium)Eine Reise durch Kanada und Alaska ist etwas ganz Spezielles. Die meisten Reisenden, die wir gesehen haben, sind hier mit Wohnmobilen unterwegs, die größer und luxuriöser sind als unsere Wohnung in München und wo sie weder warme Duschen, noch W-Lan oder Satellitenfernsehen vermissen müssen. Doch für den, der Lust hat, bietet dieser Teil der Erde Abenteuer und Wildnis an jeder Ecke. Für uns jedenfalls war dieser Roadtrip eins unserer absoluten Highlights!

IMG_8882_1 (Medium)Bye, bye Alaska!


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