Als wir am Morgen in unserem Zelt erwachen, liegt die Temperatur gerade mal bei 5 Grad. Statt Frühstück im Freien gibts Sandwiches im Auto und bei McDonalds in Whitehorse erstmal einen heissen Kaffee. Unser Tagesziel heisst Skagway, zurück in Alaska. Beim übereifrigen amerikanischen Grenzbeamten werden wir erstmal zwei Mangos los, die wir zwar in den USA gekauft haben, die aber ursprünglich aus Mexiko importiert wurden – amerikanische Logik :)

Von der wunderschönen Strecke bis Skagway sehen wir praktisch nichts.

IMG_6084_1 (Medium) IMG_6087_1 (Medium)In Skagway angekommen, legen die riesigen Kreuzfahrtschiffe, die hier täglich Halt machen (eine Kreuzfahrt scheint die bevorzugte Art und Weise zu sein, Alaska zu bereisen), gerade wieder ab und und in der Innenstadt – bestehend aus zwei Straßen und hundert Souvenirläden – werden die Randsteine hochgeklappt.

IMG_6112_1 (Medium) IMG_6118_1 (Medium) IMG_6121_1 (Medium) IMG_6122_1 (Medium) IMG_6123_1 (Medium) IMG_6129_1 (Medium) IMG_6134_1 (Medium)Überraschenderweise kommt die Sonne doch noch raus und der Regen hört auf – hier auf Meereshöhe ist es Gott sei Dank auch wieder etwas wärmer. Zehn Meilen ausserhalb der Stadt gibt es ein wunderschönes Plätzchen zum Campen, und idealerweise ist es auch noch völlig gratis. Außer uns sind nur noch Steffi und Gregor aus Linz auf dem Campground, die mit ihrem T2 Bus sechs Monate lang die USA und Kanada bereisen.

Nach einer herrlich erholsamen Nacht werden wir am nächsten Morgen von der Sonne im Gesicht geweckt – der Himmel ist blau und die Aussichten gigantisch.

IMG_6155_1 (Medium) IMG_6156_1 (Medium) IMG_6159_1 (Medium)An einem Fluss auf dem Weg zurück nach Skagway sehen wir Seehunde in der Strömung schwimmen. Die Jungs versuchen daraufhin auch gleich ihr Angelglück – leider erfolglos. Bestimmt haben die Seehunde alles leer gefischt :)

IMG_6169_1 (Medium) IMG_6175_1 (Medium) IMG_6179_1 (Medium) IMG_6180_1 (Medium) IMG_6183_1 (Medium) IMG_6187_1 (Medium) IMG_6194_1 (Medium) IMG_6206_1 (Medium)Anstatt die Fähre nach Haines zu nehmen, entscheiden wir uns spontan, uns die 100$ (für eine Stunde Überfahrt!) zu sparen und stattdessen den Umweg mit dem Auto zu fahren – so haben wir auch noch etwas von der herrlichen Landschaft, die wir gestern verpasst haben.

Mit vielen Stops fahren wir den ganzen Tag, bis wir im Abendlicht am Million Dollar Falls Campground unser Zelt aufstellen.

DCIM103GOPROG0781078. DCIM103GOPROG0801094. DCIM103GOPROG0801104. DCIM103GOPROG0831141. DCIM103GOPROG0841182. IMG_6215_1 (Medium) IMG_6218_1 (Medium) IMG_6222_1 (Medium) IMG_6229_1 (Medium) IMG_6252_1 (Medium) IMG_6258_1 (Medium) IMG_6259_1 (Medium) IMG_6270_1 (Medium) IMG_6272_1 (Medium) IMG_6276_1 (Medium) IMG_6283_1 (Medium) IMG_6286_1 (Medium) IMG_6288_1 (Medium) IMG_6290_1 (Medium) IMG_6297_1 (Medium) IMG_6303_1 (Medium) IMG_6308_1 (Medium) IMG_6317_1 (Medium) IMG_6330_1 (Medium) IMG_6337_1 (Medium) IMG_6343_1 (Medium) IMG_6348_1 (Medium) IMG_6351_1 (Medium)Die Nacht wird mal wieder bitterkalt. Als wir um 8 Uhr aus dem Zelt kriechen, sind unsere Autoscheiben eingefroren und das Thermometer zeigt 0 Grad. Dass wir es im August schon mit nächtlichen Minusgraden zu tun bekommen würden, hätten wir nicht gedacht. Gott sei Dank kommt die Sonne schnell raus und auch der Porridge am Lagerfeuer wärmt uns zusätzlich.

Es folgt der schönste Teil des Haines Highway – die Landschaft ist einfach ein Traum.

IMG_6365_1 (Medium) IMG_6368_1 (Medium) IMG_6378_1 (Medium) IMG_6382_1 (Medium) IMG_6389_1 (Medium) IMG_6398_1 (Medium) IMG_6402_1 (Medium) IMG_6403_1 (Medium) IMG_6411_1 (Medium) IMG_6414_1 (Medium) IMG_6417_1 (Medium)In Haines machen wir erstmal Nudeln, und zwar mit dieser Aussicht:

IMG_6425_1 (Medium) IMG_6428_1 (Medium) IMG_6432_1 (Medium) IMG_6433_1 (Medium)Hier treffen wir Radko und Annie aus Berlin. Vor guten drei Wochen haben die Ärztin und der Ingeneur Deutschland für unbestimmte Zeit verlassen und radeln gemeinsam die gesamte Panamericana hinunter bis nach Argentinien. Danach soll es weitergehen nach Neuseeland und dann – wer weiss das schon so genau :) Wir werden ihnen sicherlich auf www.radko.de folgen :)

Wir haben noch nicht wirklich einen Plan, wo es von Haines aus für uns hingehen soll. Alle ursprünglich mal gefassten Routenpläne haben wir sowieso schon wieder nach dem altbewährten „spontan nach Lust und Laune“ Prinzip über Bord geworfen. Und so kommt es, dass wir nach einem Blick auf das herrliche Wetter hier an der Küste, dem Gespräch mit den beiden Radlern und einem kurzen Blick in den Reiseführer noch für den gleichen Tag eine Fähre nach Juneau buchen.

Obwohl Anchorage längst die größte und bedeutendste Stadt Alaskas ist, ist Juneau immer noch die Hauptstadt – und das obwohl noch nicht mal eine Straße dort hinführt. Hier muss man per Schiff, Flugzeug oder Schneemobil anreisen.

Und so lassen wir unser Auto auch kurzerhand in Haines stehen, was die Überfahrt auch sofort 50% billiger macht, schultern uns zur Abwechslung mal wieder die Rucksäcke und geniessen die 4,5-stündige Überfahrt durch die herrliche Fjordlandschaft Südost-Alaskas.

IMG_6440_1 (Medium) IMG_6441_1 (Medium) IMG_6442_1 (Medium) IMG_6443_1 (Medium) IMG_6446_1 (Medium) IMG_6458_1 (Medium) IMG_6466_1 (Medium) IMG_6474_1 (Medium)

Nach Ankunft der Fähre um 10 Uhr abends merken wir mal wieder, wie aufgeschmissen man in den USA ohne eigenes Fahrzeug ist – öffentliche Verkehrsmittel Fehlanzeige. Vom Fährhafen führt kein Bus in die 14 Meilen entfernte Innenstadt, Taxis kosten ein Vermögen und sind auch nur nach Vorbestellung verfügbar. Doch wir haben Glück, denn als wir an der Straße den Daumen raushalten, bleibt bereits nach fünf Minuten eine nette Dame stehen, die uns bis zum Hostel fährt.

IMG_6478_1 (Medium)Das Juneau International Hostel war für uns ein weiterer Grund, unser Auto in Haines zurückzulassen. Denn hier kostet eine Übernachtung nur 12$ pro Person – bei Zimmerpreisen von sonst mindestens 100$ selbst in den schäbisten Motels quasi geschenkt. Doch das Hostel hält so einige Überraschungen parat. Wir haben auf unseren Reisen mittlerweise bestimmt schon in Hunderten von Hostels übernachtet und dachten, wir hätten schon alles gesehen. Doch hier ist alles ein bisschen anders: um 8 Uhr wird wie in der Kaserne geweckt, von 9 bis 17 Uhr wird man ausgesperrt und auch nach 23 Uhr kommt man nicht mehr rein. Männer und Frauen schlafen auf getreckten Stockwerken und jeder bekommt täglich eine Aufgabe im Haushalt zugewiesen. So spart sich das Hostel einen Ganztages-Rezeptionisten und eine Putzfrau und kann diese niedrigen Preise anbieten. So finden wir uns nach dem Check-in eben erstmal mit Staubsauger und Putzlappen in der Hand wieder, bevor es mal wieder in ein (mehr oder weniger) richtiges Bett geht.

Juneau ist fester Anlaufpunkt für jedes der unzähligen Alaska-Kreuzfahrtschiffe. Täglich kommen fünf dieser Riesen in der Stadt mit nur 32.000 Einwohnern an und prägen das Stadtbild entscheidend. Die vielen Juwelierläden freuts, für die Einwohner Juneaus ist es eher ein Horror.

IMG_6479_1 (Medium) IMG_6481_1 (Medium) IMG_6487_1 (Medium) IMG_6489_1 (Medium)Wir verbringen den Großteil des Tages nicht in der Innenstadt, sondern am Mendenhall Gletscher, quasi ein „Drive-in“-Gletscher, da man mit dem Auto fast bis an den Fuß des Gletschers fahren kann. Wir machen einige kurze Wanderungen rund um den Gletscher und durch die angrenzenden Wälder.

IMG_6528_1 (Medium) IMG_6539_1 (Medium) DCIM103GOPROG0871232.IMG_6541_1 (Medium)IMG_6563_1 (Medium)IMG_6568_1 (Medium)IMG_6569_1 (Medium)IMG_6575_1 (Medium)IMG_6578_1 (Medium)IMG_6581_1 (Medium)IMG_6587_1 (Medium)

In der Nähe von Juneau können wir auch die Anfänge der jährlichen Lachswanderung beobachten. Abertausende von Lachsen wandern vom Meer flussaufwärts zurück in die Gewässer, in denen sie geboren wurden. Vermutlich orientieren sie sich dabei am Stand der Sonne und am Geruch ihres Heimatgewässers. Teilweise legen sie dabei mehrere tausend Kilometer zurück, und fressen (aus unbekannten Gründen) auf der gesamten Wanderung kaum etwas. Sie schwimmen kontinuierlich gegen den Strom und können bis zu drei Meter hoch über Hindernisse hinweg springen. Deshalb stirbt ein Großteil der Lachse an Erschöpfung, sobald das Ziel erreicht ist und die Eier abgelegt wurden. Die Lachswanderung ist natürlich auch das reinste Buffet für Bären – an diesem Tag haben wir leider keinen gesehen.

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