Und zack, sind wir auch schon wieder draussen aus Belize und zurück in Mexiko! Irgendwie fühlen wir uns hier sofort wieder wohler und freuen uns darauf, die Halbinsel Yucatan nun ausgiebig zu erkunden. Unser Plan sieht vor allem viel Zeit an karibischen Traumstränden vor, die es hier ja zuhauf gibt…

Unser erster Halt liegt gar nicht weit hinter der Grenze, jedoch nicht an der Küste. Die Laguna Bacalar ist eine Süßwasserlagune, die es aber an Farbenpracht und Wasserqualität mit jedem karibischen Türkis aufnehmen kann. Sieht man Fotos von der Lagune, würde man nie denken, dass es sich dabei nicht um Meer handelt.

IMG_5070_1 (Large) IMG_5076_1 (Large)Doch bereits hier werden wir mit etwas konfrontiert, das wir so gar nicht auf dem Schirm hatten: nämlich die Sommerferien in Mexiko und den USA! Der ganze Kontinent ist praktisch auf Reisen und dann ist es hier in Yucatan plötzlich wie zu Hause zur Ferienzeit in Italien oder Spanien – alles voll und alles teuer. Dies sollte uns (zusammen mit der mörderischen Hitze im mexikanischen Sommer) noch die nächsten Wochen zu schaffen machen…

Zusätzlich ist die Laguna Bacalar vergleichbar mit dem Starnberger See, soll heissen Zugang zum See haben hier quasi nur Privatgrundstücke und teure Hotels. Für uns, die wir noch ein einigermaßen günstiges Zimmer im Dorf ergattert haben, bedeutet das, dass wir auf die relativ uncharmanten öffentlichen Bäder ausweichen müssen. So verbringen wir einen Tag im Balneario Publico und einen zweiten in der 4km entfernten, herrlich erfrischenden Cenote Azul, einem 90 Meter tiefen „blauen Loch“, ebenfalls ein natürlich entstandener Süßwasserpool, bevor wir Bacalar dann auch schon wieder verlassen. Noch ein Tip, sollte es irgendjemanden einmal hierher verschlagen: „Christian’s Tacos“ macht wahrscheinlich die besten Tacos al Pastor in ganz Mexiko :)

IMG_5072_1 (Large) IMG_5076_1 (Large) IMG_5077_1 (Large)Tulum ist ein definitives Muss für jeden, der Yucatan bereist. Bekannt ist die Stadt vor allem für die direkt am Meer gelegenen Maya-Ruinen sowie für seine traumhaften Strände.

Tulum hat zwei Seiten: die sogenannte „Zona Hotelera“ am Strand, an der sich ein sündhaft teures Hotel mit ihren jeweiligen privaten Strandabschnitten an das andere reiht und die (mittlerweile sehr touristische) Stadt selbst, die ca. 4km im Landesinneren liegt, in der es aber günstige Hostels und Restaurants gibt. Hier finden wir zwei Betten im Dorm des „Weary Traveller Hostels“, das mit zwei derzeit absoluten lebensnotwendigen Annehmlichkeiten trumpfen kann, nämlich einem Pool und einer Klimaanlage! Die Hitze ist unbeschreiblich und bereits nach mehreren Minuten auf der Straße kocht einem das Hirn.

Natürlich besuchen auch wir die Ruinen von Tulum und sehen so zum ersten Mal einen Strand der Riviera Maya. Viele Bilder hatten wir schon gesehen vom knalltürkisen Meer und dem strahlend weißen Sand als traumhafte Kulisse für die Maya-Ruinen. Unser Besuch in Tulum demonstrierte ziemlich eindrucksvoll, wie stark die Realität doch manchmal von den Postkarten abweichen kann 😉

Zunächst einmal hatten wir unseren Besuch der Ruinen denkbar schlecht getimt: in der Mittagshitze schmolzen uns fast die Flip Flops am Boden fest und dann mussten wir feststellen, dass Sonntag war. Und Sonntag bedeutet freien Eintritt für alle Mexikaner. Ordentlich Betrieb also :) Aber gut, nach dem Besuch der Verbotenen Stadt in Peking (auch an einem Sonntag übrigens) schockt uns diesbezüglich ja nichts mehr…

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Doch ein letztes Übel sollte erst noch kommen: Beim Ticketkauf wurden wir schon darauf hingewiesen, dass das Wasser derzeit „un poco sucio“, also ein kleines bisschen schmutzig sei. Was wir bislang nicht wussten, ist, dass an der Karibikküste Mexikos (und ebenso beispielsweise in der Dominikanischen Republik), eine immense Braunalgen-Plage wütet. Normalerweise werden diese an einigen Tagen im Jahr angespült, und das in überschaubaren Mengen. Dieses Jahr sind seit Monaten (!) zum ersten Mal in der Geschichte Mexikos alle Strände von Braunalgen geradezu überschwemmt. Keiner weiß wieso und keiner weiß, was man dagegen tun kann. Laut Zeitungsberichten leidet die Tourismusbranche Mexikos bereits spürbar, da viele Reisende ihren Urlaub deshalb bereits storniert haben.

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Hier zu schwimmen fällt für uns also eher flach. Glücklicherweise gibt es in Yucatan eine gute Alternative zum Meer, nämlich die Cenoten. Bei Cenoten handelt es sich um Kalksteinlöcher, die durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt sind. Für die Maya waren die Cenoten Eingänge zur Unterwelt und sie nutzten sie häufig als religiöse Opferstätten. Viele der über 1000 Cenoten in Yucatan stehen mit dem vermutlichen größten zusammenhängenden Unterwasserhöhlensystem der Welt in Verbindung. Ein besonderes Erlebnis ist es, in diesen Höhlen zu tauchen. Dies war dermassen spektakulär, dass uns das noch einen eigenen Artikel wert sein wird :)

Zum Baden an diesem Tag haben wir uns die relativ unbekannte und daher auch sehr ruhige Cenote Encantado ausgesucht, die am Ende der Zona Hotelera ganz in Strandnähe liegt.

DCIM101GOPROG1238682.Anschließend schleichen wir uns noch durch eines der Sterne-Resorts, um einen Blick auf den Strand zu werfen. Dieser ist richtig toll und man kann sich ausmalen, um wievieles schöner es hier noch ohne Algenplage wäre.

DCIM101GOPROG1258696. DCIM101GOPROG1278708. DCIM102GOPROG1308726. DCIM102GOPROG1318736.Nach ein paar Tagen in Tulum zieht es uns weiter nach Norden und wir machen halt in Playa del Carmen. Hier befinden wir uns in einem der berühmtesten Strandorte der Welt und das macht sich bemerkbar. Der Tourismus-Zirkus ist hier fast unbeschreiblich. Gigantische Souvenirläden, sündhaft teure Touri-Restaurants, Großraum-Discos, Liegestuhl an Liegestuhl, Shopping Malls direkt am Strand, Starbucks und McDonalds, 5-Sterne-Hotelbunker – hier gibt es alles was das Pauschalurlauber-Herz begehrt. Wenn wir uns Playa so anschauen, wollen wir gar nicht wissen, wie Cancun aussieht. Und natürlich wütet auch hier die Algenplage, so schlimm wie wir es bisland noch nicht gesehen haben. Bereits einen Block vom Strand entfernt hängt der Gestank in der Luft, und nur die allerteuersten Hotelbunker haben kleine Bagger zum Abtransport der Algenberge im Einsatz.

Doch Playa del Carmen macht es uns leicht: nur zwei Straßen hinter der berühmten Quinta Avenida, also der „Flaniermeile“ am Strand, hat der Rummel bereits ein Ende und es lassen sich günstige kleine Local-Restaurants auftreiben. Mehr als einen sehr kurzen Zwischenhalt ist uns Playa jedoch nicht wert und schnell machen wir uns auf den Weg zu Mexikos Inseln!

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Kommentare

Mexikos Karibikküste – Bacalar, Tulum & Playa del Carmen — 1 Kommentar

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