Unser absolutes Highlight bislang in Mexiko war mit Abstand das Tauchen in Yucatans Cenoten. Wie bereits schon erwähnt, handelt es sich dabei um eingestürzte Kalkstein-Höhlen, die mit Wasser gefüllt und unterirdisch durch Höhlen verbunden sind.

Wir haben uns zwei der schönsten Cenoten in der Nähe von Tulum ausgesucht: The Pit und Dos Ojos.

Zunächst führte uns der Weg zusammen mit unserem Divemaster und einem israelischen Pärchen zu The Pit – ein seltsames Gefühl, zur Abwechslung mal nicht auf ein Tauchboot, sondern in ein Tauch-Auto zu steigen :) Nach einer halbstündigen Fahrt in den Dschungel erreichen wir die Cenote, die schon von oben ein wunderschöner Anblick ist.

DCIM100GOPROG0018769. DCIM100GOPROG0028781.Wir schmeissen uns direkt am Parkplatz in unser ganzes Tauch-Equipment und steigen schwer beladen die steile Treppe zur Cenote hinunter.

DCIM100GOPROG0169535.DCIM100GOPROG0048792.Los geht’s!

Das Tauchen in Cenoten ist anders als alles, was wir bisher unter Wasser gesehen haben. Im glasklaren, mit Sonnenlicht durchfluteten Wasser sinken wir zunächst auf ca. 25 Meter hinunter.

DCIM100GOPROG0058798. DCIM100GOPROG0078956.Plötzlich wird die Sicht komplett verschwommen, man sieht die Umgebung wie durch einen Schleier. Das ist die sogenannte Halocline, die Schicht in der das unten in der Cenote liegende Salzwasser (durch die unterirdische Verbindung zum Meer) und das obenauf liegende Süßwasser (Regenwasser) aufeinander liegen. Zu einer Vermischung kommt es hier nicht.

Die Halocline ist sehr dünn und schon nach wenigen Metern sind wir durch und sehen alles wieder scharf. Doch jetzt kommt schon der nächste Hammer – denn wir nähern uns der Schwefelwasserstoff-Wolke. Dieses Gas bildet sich durch die Zersetzung organischer Materialien, wie toter Tiere und abgestorbener Pflanzen. Da die Wolke hier verhältnismäßig dünn ist, sieht man sie von oben in weißen Schlieren und Schleifen umherwirbeln, während Bäume gespenstisch aus der Gaswolke herasragen. Spätestens jetzt fühlt man sich eher wie im Weltraum als unter Wasser. Wir tauchen in die Wolke ein und die quasi endlos erscheinende Sichtweite verringert sich schlagartig auf circa 2 Meter, und von den anderen Tauchern sind praktisch nur noch die Kegel der extrastarken Taschenlampen sichtbar. Mittlerweile befinden wir uns in ca. 30 Metern Tiefe.

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Anschließend erkunden wir einen Überhang der Höhle und gehen dann schnell wieder in geringere Tiefen, um uns die Stalaktiten an der Höhlendecke anzusehen. Doch das schönste an The Pit ist sicherlich der schräge Einfall des Sonnenlichts – ein einmaliger Anblick, den unser Divemaster passend als „Gottes Taschenlampe“ bezeichnet hat.

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Wie nach einem Deep Dive üblich, machen wir eine ausgedehnte Mittagspause, bevor es dann ins nur 10 Minuten entfernte „Dos Ojos“ (übersetzt „Zwei Augen“) geht. Die beiden Tauchgänge, die wir hier machen, unterscheiden sich deutlich von The Pit.

Auch wenn die Cenoten offiziell noch unter „Grottentauchgänge“ laufen (für Höhlentauchgänge benötigt man eine extra Ausbildung), haben sich die Tauchgänge in Dos Ojos für uns definitiv nach Höhlentauchen angefühlt. Durch teils enge Passagen manövrierten wir uns entlang der gespannten Orientierungsleine durch das Höhlensystem, die Umgebung lediglich durch unsere Lampen erleuchtet – ein ganz besonderes Erlebnis! Wer hätte gedacht dass Tauchen ganz ohne Fische so spannend sein kann :)

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