Etappe 8: Hoi An bis Hue (163 km)

Auf unserem Weg nach Hue passieren wir zunächst den Küstenort Danang und fahren an der stürmischen See entlang. Das Ufer ist gesäumt von einer unglaublichen Menge riesengroßer Hotels und nicht zum ersten Mal können wir uns kaum vorstellen, dass diese in der Hauptsaison tatsächlich alle ausgenutzt werden.

IMG_0490_1 (Large)Das Highlight der heutigen Etappe ist definitiv das Passieren des Wolkenpasses (Hai-Van-Pass). Der 500 Meter hohe und 20km lange Pass, der durch die Truong-Son-Berge führt ist die natürliche und auch meteorologische Grenze zwischen dem tropischen Süd- und den subtropischen Nordvietnam. Das Wetter auf beiden Seiten ist oftmals völlig unterschiedlich.

Aufgrund der strategisch wichtigen Position des Passes war er auch während des Indochinakrieges hart umkämpft. Heute hat man die Straße Gott sei Dank fast für sich alleine, der Hauptverkehr läuft seit 2005 über einen parallel verlaufenden Tunnel.

Beim Überqueren des Passes merken wir schnell, woher dieser seinen Namen hat, denn ab dem höchsten Punkt sind wir in dichten Nebel gehüllt.

IMG_0504_1 (Large) IMG_0507_1 (Large)DCIM100GOPROG0092889. DCIM100GOPROG0102912. DCIM100GOPROG0112933.IMG_0519_1 (Large)Wir sind drüber – Hallo Nordvietnam!

IMG_0527_1 (Large)Und prompt erwartet uns auf der anderen Seite des Passes nur noch eins: Regen! Den ganzen Tag lang, mal stärker, mal weniger. Das ist dann Motorrad fahren zum Abgewöhnen, durchfroren und durchnässt kämpfen wir uns bis Hue durch immer am Ufer eines Sees entlang, um immerhin dem Highway AH1 zu umgehen (was wir bisher durchgehend geschafft haben).

DCIM100GOPROG0122950.DCIM100GOPROG0142972.Grandiose Stimmung meinerseits :)

Endlich in Hue und nach einer heißen Dusche wieder einigermaßen aufgepäppelt treffen wir uns mit Candris und Sascha! Candris, von dem wir uns ja in Puerto Princesa auf den Philippinen verabschiedet hatten, war in der Zwischenzeit in China und Thailand unterwegs gewesen und ist nun zusammen mit Sascha in umgekehrter Richtung auf dem Weg durch Vietnam. In Hue kreuzen sich unsere Wege und so tauschen wir bei miesem Wetter bei einigen Bierchen in der Kneipe Reiseneuigkeiten aus.

DCIM100GOPROG0152980.Feierlich bekommen wir hier auch vom 1. und 2. Vorsitzenden des einzig wahren Berliner Motorrad-Clubs den Segen der Motorreros aufs Moped geklebt!

138 Hue_1 (Large) 139 Hue_1 (Large) 141 Hue_1 (Large) IMG_0592_1 (Large)

Bevor wir am übernächsten Tag wieder los starten können, müssen wir (natürlich) mal wieder in die Werkstatt. Mal wieder hat sich unser Ständer verabschiedet, die Schweißnaht ist vermutlich im Regen einfach durchgerostet. Außerdem gibt es Probleme mit dem Gaskabel (wir nennen es aufgrund fehlenden besseren Wissens einfach mal so :) )

IMG_0531_1 (Large)IMG_0529_1 (Large) IMG_0530_1 (Large)Organisiertes Chaos in der Werkstatt :)

Etappe 9: Hue bis Khe Sanh (177km)

Heute wartet eine wahre Traumetappe auf uns, die wohl der Traum eines jeden Motorrad-Fahrers sein könnte. Die Straßen könnten besser nicht sein, hinter jeder Kurve warten neue tolle Aussichten, Verkehr ist quasi nicht vorhanden, und dass es weite Teile der Strecke bergab geht, kommt unserem Lastenesel auch mehr als entgegen. Und das Wichtigste: Das Wetter ist wieder 1a!

DCIM100GOPROG0203032. IMG_0537_1 (Large) IMG_0541_1 (Large) IMG_0544_1 (Large) IMG_0564_1 (Large)IMG_0557_1 (Large) DCIM100GOPROG0213045.IMG_0568_1 (Large) IMG_0576_1 (Large) IMG_0577_1 (Large) IMG_0581_1 (Large) IMG_0582_1 (Large) IMG_0587_1 (Large) IMG_0598_1 (Large) IMG_0602_1 (Large) IMG_0606_1 (Large)Etappe 10: Khe Sanh Dong Hoi (197 km)

Unsere heutige Etappe ist der am weitesten abgelegene und einsamste Teil des Ho-Chi-Minh Trails. Man hat uns hierfür wärmstens ans Herz gelegt, spätestens um 6 Uhr loszufahren, und zwar nicht ohne zusätzliches Benzin im Gepäck. Auf der gesamten Strecke gebe es weder Tankstellen noch Werkstätten.

Blöderweise stellt sich Khe Sanh als vermutlich einziger Ort in ganz Vietnam heraus, in dem es KEINE Plastikkanister für Benzin zu kaufen gibt. Dann muss halt erst mal eine leere Wasserflasche und ein leerer Weichspüler-Behälter herhalten. Um 5 Uhr stehen wir bereits auf der Matte und starten los. So früh sind wir wirklich selten schon wach und somit erleben wir heute mal einen wunderschönen Sonnenaufgang in den Bergen.

IMG_0614_1 (Large) IMG_0616_1 (Large)

Zunächst geht auch alles gut, wir genießen die tolle Landschaft und die Straße, die wir mal wieder völlig für uns alleine haben. Und wir fühlen uns wirklich weitab von allem – eine Stunde nach Khe Sanh kommen wir nochmals durch einen Ort, wo wir doch noch einen Kanister auftreiben und Nudelsuppe frühstücken, doch danach ist Schluss. Ganz nah an der laotischen Grenze fahren wir nach Norden.

DCIM100GOPROG0223078. DCIM100GOPROG0233100. DCIM100GOPROG0243118. IMG_0627_1 (Large) IMG_0647_1 (Large) IMG_0659_1 (Large) IMG_0621_1 (Large) IMG_0629_1 (Large) IMG_0642_1 (Large) IMG_0667_1 (Large) IMG_0673_1 (Large) IMG_0675_1 (Large) IMG_0680_1 (Large) IMG_0685_1 (Large)IMG_0653_1 (Large)

Plötzlich ein gefährliches Schlenkern unten links, einer unserer Gepäckträger hat sich verabschiedet, und zwar vollständig, das horizontale Gitter ist komplett abgebrochen. Wir vermuten das gleiche Schicksal wie beim Ständer – zuviel Rost durch zuviel Regen. Da stehen wir nun. Es bleibt uns nur eins übrig – der Daypack wird auf den Tank geschnallt, damit auf meinem Rücken Platz ist für den nun heimatlosen, großen Rucksack. Wie sich dies bei 10%igen Steigungen auf dem Rücken anfühlt, kann man sich ungefähr vorstellen. Alle 15km müssen wir nun dringend Pause machen, um meinen Rücken- und Bauchmuskeln etwas Entspannung zu gönnen.

IMG_0688_1 (Large) IMG_0692_1 (Large) IMG_0694_1 (Large) IMG_0698_1 (Large) IMG_0710_1 (Large)

Irgendwann kommen wir mal wieder durch ein kleines Dorf mit einer Handvoll Werkstätten – doch niemand hier kann oder will uns helfen. Kurz nach dem Dorf wird es noch schlimmer, denn nun verabschiedet sich auch noch der zweite Gepäckträger, und gleichzeitig auch noch einer meiner Fußraster.

Da stehen wir also mitten auf der Straße und wissen nicht so recht, ob wir lachen oder weinen sollen. Was tun? Uns bleibt nichts anderes übrig, als kreativ zu werden: der Daypack wird oben auf den großen Rucksack draufgeschnallt, und nun habe ich eben zwei Rucksäcke mit geschätzt 18kg Gesamtgewicht auf dem Rücken. Der zweite große Rucksack, tja, der muss eben nun auf dem Tank balanciert werden. Leider gibt es davon kein Foto, denn wie man sich vielleicht vorstellen kann, hatte keiner mehr eine Hand frei (geschweige denn Lust zu fotografieren) :)

Dass wir so nicht mehr weit kommen, ist uns klar. Und dass wir eine ordentliche Werkstatt brauchen, auch. So wird schnell umgeplant, wir fahren nach Dong Hoi an der Küste. Irgendwie schaffen wir es tatsächlich vom Ho-Chi-Minh-Trail runter und an die nächstgrößere Straße. Beim ersten Zeichen der Zivilisation bleiben wir stehen und bitten die Tankstellenbesitzerin, uns ein Taxi zu rufen. Völlig fertig mit der Welt sitzen wir dann dort am Straßenrand an der Tankstelle und warten. Ein Taxi kommt leider nicht, jedoch ein netter Deutscher auf einem Roller, der uns einen der großen Rucksäcke abnimmt. So schaffen wir es doch noch heil bis Dong Hoi.

Etappe 11: Dong Hoi bis Quy Dat (174 km)

So machen wir eben einen außerplanmäßigen Pausentag in Dong Hoi, zurück an der Küste – Gott sei Dank sind wir noch nicht im Zeitdruck, bis zu unserem Abflug aus Hanoi haben wir noch einen angenehmen Puffer. Erstmal muss natürlich ein fleißiger Schweißer gefunden werden – das dauert nicht allzu lange und innerhalb von einer halben Stunde sind neue Gepäckhalter gebastelt und montiert.

IMG_0721_1 (Large) IMG_0722_1 (Large)Wir nutzen den Tag in Dong Hoi für ein bisschen zielloses Herumfahren durch die Stadt, ein Nickerchen am Strand und ein paar gemütliche Stunden im Cafe.

IMG_0726_1 (Large) IMG_0729_1 (Large) IMG_0732_1 (Large)Am nächsten Morgen geht es wieder zurück auf unsere usprüngliche Route, zurück in die Berge. Wir fahren nochmal eine extra Schleife und durchqueren den wunderschönen Phong Nha Ke Bang Nationalpark. Dieser Traum in Grün beherbegt neben den ältesten Karstbergen Asiens immense Tier- und Pflanzenvielfalt – sogar Tiger und Elefanten soll es hier geben.

DCIM100GOPROG0283171. DCIM100GOPROG0293182. DCIM100GOPROG0303191. IMG_0740_1 (Large) IMG_0759_1 (Large) IMG_0763_1 (Large) IMG_0765_1 (Large) IMG_0773_1 (Large)Besonders bekannt ist der Nationalpark für seine Hunderte von Höhlensystemen. Erst 2009 wurde hier die Son Doong Höhle, die größte Höhle der Welt entdeckt. Allerdings ist diese derzeit nur im Rahmen einer 7tägigen, 3000$ teuren Expedition zu besuchen. Wir wollen daher der Thien-Duong-Höhle, auch Paradise Cave genannt, einen Besuch abstatten. Auch hier ist der Eintrittspreis von 10€ pro Person nicht ganz ohne, aber deutlich erschwinglicher :)

Zudem hat uns gerade eine Spende im Wert von 20€ erreicht, die wir in „was schönes“ investieren sollten. Und schön ist sie tatsächlich, die Paradise Cave, sogar wunderschön!!

IMG_0776_1 (Large)Danke liebe Rita!!!

IMG_0792_1 (Large) IMG_0803_1 (Large) IMG_0810_1 (Large) IMG_0815_1 (Large) IMG_0821_1 (Large)Ein paar Kilometer durch den wunderschönen Nationalpark bringen wir noch hinter uns (wir sind wirklich ein großer Fan von Karstbergen!), bevor wir in einem kleinen Dorf ein Hotel für die Nacht finden… von hier aus machen wir weiter auf den Weg nach Norden!

IMG_0842_1 (Large) IMG_0844_1 (Large) IMG_0848_1 (Large) IMG_0863_1 (Large)


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>