An unserem letzten Tag in Phnom Penh hatten wir noch ein besonderes Meeting: wir trafen uns mit Mr. Pouv, der morgens um 9 mit seinem Tuk Tuk vor unserem Hostel vorgefahren kam. Genau dieses Tuk Tuk war es, das uns brennend interessierte – denn Mr. Pouv vermietet sein geliebtes Stück und wir wollten damit für einige Tage auf eigene Faust den Süden Kambodschas erkunden.

„Wie kamen wir denn da rauf?“ werdet ihr euch fragen. Mr. Pouv und sein Tuk Tuk sind schon ein sehr spezieller Fall, denn normalerweise werden Tuk Tuks natürlich nicht einfach an Touristen vermietet. Er steht in keinem Reiseführer, hat keine Homepage und ist auch nicht auf Tripadvisor zu finden. Wir haben vor zwei Jahren bei Renate und Artis auf www.renartis.com begeistert deren Tour mit dem Tuk Tuk verfolgt, und sofort die mentale Notiz verfasst „Falls wir nach Kambodscha kommen, dann machen wir das auch!“ Die beiden haben das ganze wiederum in einem anderen Blog entdeckt – beste Reiseblogger-Geheimtip-Propaganda also :)

Für Mr. Pouv ist das Tuk Tuk sein wertvollster Besitz, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdient. Da lässt er uns nicht ohne eine ausführliche Einweisung und Fahrstunde losziehen.

IMG_7656_1 (Large)IMG_7660_1 (Large)Kambodschanische Tuk Tuks unterscheiden sich deutlich von denen in anderen asiatischen Ländern. Statt einem kleinen, kompakten Gesamtaufbau hat man hier Moped + Anhänger, was eher ein bisschen an eine Kutsche erinnert. Das geniale an diesem Konzept ist der unfassbar kleine Wendekreis (sogar auf schmalen Feldwegen kein Problem).

Mr. Pouv winkt uns nochmal mit einem leicht besorgten Gesichtsausdruck hinterher und los gings!

In der vorhergehenden Nacht hatte es ordentlich geregnet, deshalb stellte die Fahrt über die teils überschwemmten Straßen Phnom Penhs schon mal die erste Generalprobe dar.

IMG_7670_1 (Large) IMG_7680_1 (Large)Schon in der ersten halben Stunde merkten wir, was auch in den nächsten Tagen eigentlich das Beste an unserer Tuk Tuk Tour werden sollte: die Reaktionen der Kambodschaner.

Ungläubige Blicke, lautes Lachen, Winken und Gejohle – ein Falang auf einem Tuk Tuk ist wahrlich kein alltäglicher Anblick. Besonders andere Tuk Tuk Fahrer hatten einen riesen Spaß und waren neugierig.

Von Phnom Penh aus fuhren wir Richtung Süden, unser erster Stop hiess Takeo. Ganz gemütlich fuhren wir dahin und machten viele Pausen (für uns und fürs Moped).

DCIM102GOPROSo ein Tuk Tuk ist gleichzeitig ein hervorragender Pausenraum

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Über das kleine Städtchen Takeo wussten wir quasi gar nichts. Schnell hatten wir ein schönes Zimmer aufgetrieben (ganz wichtig: mit nachts abgesperrtem Innenhof) und machten uns auf die Suche nach etwas Essbarem.

Außerdem hatten wir noch eine spezielle Spende aufzuarbeiten! Ganze 20€ hat uns Patrick gespendet, mit Bier als ausdrücklichem Verwendungszweck! Bei den Bierpreisen in Kambodscha von maximal 1$ ist das durchaus eine Challenge :)

Viel hat Takeo kulinarisch nicht zu bieten, in den ersten schäbigen Buden, die wir fanden, hiess es entweder „Today only rice porridge“ (Bäh) und am Grillstand hiess es „Today only dog“. Das mit dem Hundefleisch aufm Grill hörten wir in Kambodscha auch nicht zum ersten Mal und auch einen Hundeverkäufer hatten wir schon mal gesichtet – und da heisst es immer, die Chinesen essen Hunde.

Schlussendlich haben wir doch noch jemanden gefunden, der uns schnell ein paar Nudeln brät und uns dazu die ersten paar Angkor-Bierchen serviert!

IMG_7713_1 (Large)Am zweiten Tag hiess unser Ziel Kep. Ab jetzt waren wir auf kleineren Straßen unterwegs, die Landschaft wurde immer schöner und grüner und wir kamen durch viele kleine Dörfer.

DCIM102GOPROSo lässt man sich doch gerne chauffieren, Queen Mum lässt grüßen :)

IMG_7730_1 (Large) IMG_7736_1 (Large) IMG_7767_1 (Large) IMG_7776_1 (Large)Skeptisch waren sie ja schon, aber ein paar Fahrgäste haben sich dann (natürlich unentgeltlich) doch in unser Tuk Tuk getraut

IMG_7780_1 (Large)Tankstelle

IMG_7781_1 (Large)Auch die hochprofessionelle Motor-Kühlanlage muss regelmäßig aufgefüllt werden

IMG_7789_1 (Large) IMG_7796_1 (Large) IMG_7800_1 (Large)Mittagspause

IMG_7803_1 (Large) IMG_7812_1 (Large)Wassermelonen frisch vom Feld

IMG_7823_1 (Large) IMG_7829_1 (Large) IMG_7835_1 (Large) IMG_7837_1 (Large) IMG_7840_1 (Large) IMG_7846_1 (Large) IMG_7859_1 (Large) IMG_7880_1 (Large)Das ist das schöne am eigenen Gefährt: einfach mal ungeplant in Seitenwege einbiegen und schauen, wo man hinkommt

IMG_7890_1 (Large) IMG_7893_1 (Large) IMG_7894_1 (Large) IMG_7902_1 (Large) IMG_7904_1 (Large)Am späten Nachmittag erreichen wir Kep und somit das Meer!!!

IMG_7927_1 (Large) IMG_7932_1 (Large)Über 4 Monate sind wir nun schon unterwegs und haben das Meer bisher nur in China zu Gesicht bekommen. Doch das erste Mal im Meer baden waren wir erst hier! So verbringen wir die schönen Abendstunden am Strand von Kep, wo wir von einem kleinen kambodschanischen Energiebündel als Bespaßungsprogramm auserkoren werden, bis in wundervollen Farben die Sonne über dem Golf von Thailand untergeht.

IMG_7938_1 (Large) IMG_7942_1 (Large) IMG_7951_1 (Large) IMG_7962_1 (Large) IMG_7971_1 (Large) IMG_7993_1 (Large) IMG_8000_1 (Large) IMG_8010_1 (Large) IMG_8014_1 (Large) IMG_8026_1 (Large)Zum abendlichen Seafood lassen wir uns natürlich auch hier wieder einige Angkors schmecken :)

Für den nächsten Tag hatten wir nur 25km Strecke nach Kampot auf dem Plan – Zeit genug, sich ausführlich in der Umgebung umzuschauen und oft vom Weg abzubiegen. In der Gegend gibt es viel schönes zu sehen – Höhlen, Tempel, Tempelhöhlen, Höhlentempel usw. :) Das ganze inmitten sattgrüner Reisfelder und Palmenhaine…

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IMG_8138_1 (Large) IMG_8143_1 (Large) IMG_8145_1 (Large)IMG_8152_1 (Large)Das nette Städtchen Kampot, mit einer unheimlich entspannten Atmosphäre und leckerem Essen.

IMG_8159_1 (Large) IMG_8168_1 (Large)Im Lounge-Sessel zum Sonnenuntergang schmeckte uns das Bier besonders gut. Bei einem Preis von gerade mal 50 Cent haben wir die 20€ Spende dann aber leider doch nicht komplett geknackt! Aber es gab ja noch die Rückkehr nach Phnom Penh, und dann waren wir ja auch noch in Thailand…

Vielen Dank für die Spende, Patrick Stärz!!!

Von nun an ging es für uns wieder zurück nach Phnom Penh.

IMG_8171_1 (Large)Als wir am Abend durch die Randbezirke der Hauptstadt fuhren, kamen uns unzählige Trucks bis zum Bersten vollbeladen mit jeweils Hunderten von (zumeist weiblichen) Arbeiterinnen entgegen.

IMG_8205_1 (Large)Dann entdeckten wir links und rechts der Straße mehr und mehr riesige, namenlose Fabrikhallen. Wir können nur vermuten, dass wir hier all die Näherinnen auf dem Nachhauseweg von der Arbeit gesehen haben, die für einen Hungerlohn unsere günstigen Klamotten für H&M und andere Marken schneidern.

Der abendliche Berufsverkehr in Phnom Penh stellte uns nochmal auf eine letzte Probe: geschlagene 2-3 Stunden dauerte es, bis wir uns durch unvorstellbare Mopedlawinen und chaotische Zustände bis ins Stadtzentrum manövriert hatten und Mr. Pouv sein Tuk Tuk zurückgeben konnten.

IMG_8212_1 (Large) IMG_8218_1 (Large) IMG_8220_1 (Large) IMG_8225_1 (Large)Dankbare Rush Hour Fahrgäste

Hier nochmal unsere Route im Überblick:

Unbenannt

Alle wichtigen Fakten und Tips zur Tuk Tuk Tour:

  • Das Tuk Tuk kostet am Tag 20$ Miete
  • Es muss eine Kaution von 1300$ hinterlegt werden
  • Falls das Tuk Tuk geklaut wird, werden 3000$ fällig – von daher lohnt es sich, nach Unterkünften mit einem abgesperrten Innenhof zu suchen und trotzdem immer die Kette anzulegen
  • Tuk Tuk Fahren ist anstrengend, man benötigt viel Kraft in den Armen und muss sich erst an das völlig andere Fahrgefühl gewöhnen
  • In Kambodscha würden wir klar die kleineren Straßen empfehlen anstatt der großen State Highways – die kleinen waren meist genauso gut geteert, aber da auf ihnen kaum Verkehr herrscht, kann man die Fahrt viel mehr genießen
  • Bergauf kommt das Tuk Tuk schnell an seine Grenzen, dann ist schon mal Schieben und anschließendes längeres Motorkühlen angesagt
  • Falls ihr das lest und selbst Lust auf Mr. Pouvs Tuk Tuk bekommt, lasst es uns wissen und wir lassen euch seine Kontaktdaten zukommen!

Das Gefühl der Freiheit ist unbezahlbar und noch nie hatten wir so intensiven Kontakt zu den Einheimischen gewonnen. Allein durch unseren Besonderheitswert, als Touristen mit einem Tuk Tuk unterwegs zu sein, war das Eis bereits gebrochen. Alles in allem war der Roadtrip mit unserem Tuk Tuk ein ganz spezielles Erlebnis und sicherlich eines der Highlights unseres Trips!

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Kommentare

Tuk Tuk Tour – Tuk Tuk selber fahren in Kambodscha — 9 Kommentare

  1. Als wäre es gestern gewesen, als wir auch mit dem selben bein-brecherischen Vehikel, im Slalom die Minenfelder in Kambodscha rockten. Wir beneiden euch und sind stolz auf euch, weil ihr den Trend fort setzt! Ihr habt eine Portion Anerkennung für euren Mut verdient! Übrigens habt ihr auch eine wirklich coole Route gewählt. So genug geschleimt. In dem Sinne:
    Weiter so!

    Gruß Renartis
    P.s. Haben euch gerne in unsere Liste aufgenommen! 😉

  2. Ach also wegen uns könntet ihr auch gerne noch ein bisschen weiterschleimen, hehe 😉
    Und wir danken euch für die Inspriration, ohne euch wären wir ja überhaupt gar nicht erst auf diese glorreiche Idee gekommen!!!
    Grüße von den Philippinen!

  3. Hallo ihr beiden Weltenbummler,
    wir lesen euren Blog hier sehr regelmäßig in der BMW Group – natürlich nach Feierabend 😉
    Toll, wieviel Liebe und Zeit ihr da reinsteckt, um uns „zurückgebliebene“ auf dem Laufenden zu halten.

    @Christo: Kann man (ich) zum Moppedführerschein gratulieren? Ich hoffe deine bessere Hälfte weiß schon von deinen losen Wüstendurchquerungsplänen?

    LG Tino

    • Servus Tino,

      freut uns, dass ihr alle fleißig mitlest:)
      Den Führerschein habe ich tatsächlich noch 2 Tage vor Abfahrt fertiggemacht. In Asien frägt allerdings niemand danach. Besser ist es trotzdem…
      Sind jetzt erstmal am Strand, freu mich aber schon auf einen weiteren Kontrast in einer Wüste :))
      LG

  4. Hallo ihr Zwei…

    Mit großem Interesse haben wir eure Geschichte über das gemietete Tuk tuk gelesen. wir sind mitte Dezember in kambodscha und es wäre echt klasse wenn ihr uns den Link von Mr. Pouvs senden könntet. Dank Euch hätten wir auf eine tuk tuk tour richtig lust…

    Herzliche Grüsse,

    Henriette

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