Myanmar_137 (Large)_HL

Zurück in Yangoon hatten wir noch einen Tag Zeit, bevor unser Flug zurück nach Hause ging und so beschlossen wir kurzerhand, mit dem Zug das nahe gelegene Städtchen Bago zu besuchen.

Am Bahnhof dauerte es erst einmal ewig, bis wir den richtigen Schalter gefunden hatten. Englische Schilder suchte man vergebens, auf allen Schildern und Tafeln nur diese Kringel und Schleifen…

Myanmar_105 (Large)„Ich versteh nur Bahnhof…“

15 Minuten vor Abfahrt hatten wir dann endlich den richtigen Ticketschalter gefunden. Der Angestellte meinte aber tatsächlich, er könne uns leider kein Ticket mehr verkaufen, weil der Zug ja schon in 15 Minuten abfahre, und das schaffe er leider auf keinen Fall in der Zeit… Alles Bitten und Betteln schien nicht zu helfen – in der Zeit, in der wir uns mit dem netten Mann stritten, hätte ein durchschnittlicher Ticketverkäufer der Deutschen Bahn wahrscheinlich schon zehn Tickets verkauft (und das soll ja schließlich auch was heissen).

Doch wir blieben penetrant und plötzlich gab er doch noch nach. Mittlerweile war jedoch wirklich Eile geboten. Doch ein typisch burmesischer Ticketkauf ist wahrlich nicht der schnellste – per Hand wurden fein säuberlich unsere Namen mitsamt unserer (aus dem Stand erfundenen) Passnummer in ein Formular eingetragen, zwei Durchschläge in unterschiedlichen Ordnern abgelegt und vorher je viermal gestempelt. Dann winkt der Bahnangestellte uns zu, ihm zu folgen und rennt (!) mit uns zum richtigen Zug, schubst uns hinein, und ca. 30 Sekunden verlassen wir den Bahnhof. Geht doch!

IMG_9608 (Large)Burmesische Züge sind eigentlich eine Sehenswürdigkeit an sich und lassen die indischen Züge in unserer Erinnerung wie wahren Luxus erscheinen. Die Waggons schaukeln dermassen hin und her, dass man am Ende eines Waggons den richtigen Moment abpassen muss, um in den nächsten zu springen – fast wie in einem Jump and Run Videospiel. Das Rattern und Quietschen ist dermaßen laut, dass man sich anschreien muss, während man auf seinen Holzbänken so richtig durchgerüttelt wird. Für die 2 Stunden nach Bago war das Ganze echt lustig, Langstrecken stellen wir uns eher anstrengend vor.

IMG_9588 (Large) Myanmar_74 (Large) Myanmar_152 (Large) Myanmar_165 (Large) Myanmar_137 (Large)In Bago angekommen, schlendern wir zunächst etwas durch die staubigen Gassen und beobachten das Leben in den Straßen.

IMG_9626 (Large) IMG_9623 (Large) IMG_9618 (Large) IMG_9613 (Large) IMG_9610 (Large)

Nach einem leckeren Mittagessen leihen wir uns zwei Fahrräder aus, um zum großen liegenden Buddha zu fahren (bei 40 Grad im Schatten konnten mich am Ende dieser Fahrt durch die Mittagssonne nur vier eiskalte Cola vor dem Hitzetod bewahren).

Hier hatten wir eine unheimlich nette Begegnung mit einem jungen Burmesen, der sich freute wie ein Schneekönig, als wir sein Englisch lobten, das er sich angeblich vor allem durch das Hören und Mitsingen englischer Lieder selbst beigebracht hatte. Als Beweis sang er uns gleich noch „Take me home, country roads“ vor und zum Abschied bekamen wir ein kleines von ihm gemaltes Aquarellbild geschenkt.

Myanmar_175 (Large) Myanmar_106 (Large) IMG_9633 (Large)Zudem gibt es in Bago eine riesige Python, die als Wiedergeburt Buddhas in einem Tempel verehrt wird, und der daher Geldscheine und andere Dinge geopfert werden – reichlich seltsam.

Myanmar_37 (Large)

Für den Rückweg nach Yangoon war der letzte Zug leider bereits weg. Nach einigem Herumfragen fanden wir einen kleinen Stand am Straßenrand, der Bustickets verkaufte. „Setzt euch da mal hin, der Bus kommt bestimmt gleich.“ Der Bus, der tatsächlich irgendwann kam, war leider dermaßen voll, dass er uns nicht mehr mitnehmen wollte (man kann sich also vorstellen WIE voll der war). Doch der Ticketverkäufer improvisierte und hielt einfach so lange verschiedene Autos an, bis uns letztendlich ein ramponierter Kleinlaster mit zurück nach Yangoon nahm.

Nach guten drei Wochen verabschieden wir uns nun von Myanmar. Wir haben das Land und seine Bewohner sehr ins Herz geschlossen und hätten gerne noch mehr Zeit gehabt, um auch abgelegenere Gegenden noch zu erkunden…


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>