Ziemlich schnell war uns klar – 1 Monat Indonesien ist definitv nicht genug! Wir wollen auf jeden Fall auch noch einen Blick auf weitere Inseln werfen und in etwas weniger besuchte Gebiete vordringen. Also statten wir auf Lombok der „Imigrasi“, also der Immigrationsbehörde einen Besuch ab, um unser Visum für weitere 30 Tage verlängern zu lassen, und schon kann es los gehen in Richtung Komodo Nationalpark.

Dieser gilt als einer der weltbesten Tauchspots überhaupt und wird von vielen Touristen daher im Rahmen eines Liveaboards besucht. Dies sind sündhaft teure mehrtägige Tauchsafaris, wo man auf meist wunderschönen Segelschiffen wohnt und schläft, täglich 3-4 Tauchgänge macht und auch in die letzten Winkel des Nationalparks vordringt. Wir entscheiden uns für die günstigere Variante und stationieren uns in Labuanbajo auf der Insel Flores. Von dort starten besagte Liveaboards, aber dieselben Tauchschulen (die Stadt besteht praktisch nur aus solchen) organsieren ebenfalls täglich Tauchgänge im Nationalpark.

Neben der Suche nach einer guten Tauchschule (das von einer belgischen Familie geführte „Manta Rhei“ können wir wärmstens empfehlen), finden wir schnell unser allabendliches Genussprogramm: ein kühles Bintang bei einem Sonnenuntergang in der Paradise Bar, gefolgt von einem frisch gegrillten Fisch auf dem Fischmarkt der Stadt.

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Der spektakuläre Ausblick von der Paradise Bar bietet endlich den passenden Rahmen, um eine längst überfällige Bierspende einzulösen! Dominik, den wir noch nicht mal persönlich kennen, war dermassen begeistert von unserer Homepage (besonders unser Everest Basecamp Video hatte es ihm angetan), dass er uns durch meine Freundin Moni in einer überschwänglichen Audio-Botschaft eine Bierspende versprach! 😀 Und prompt flatterten sogar 10€ ins Haus, was sich bei den etwas überteuerten Preisen der Paradise Bar ganz hervorragend trifft 😉 Und so haben wir es genossen:

DCIM100GOPROG0012419. IMG_3569_1 (Large) IMG_3592_1 (Large) IMG_3608_1 (Large)Vielen Dank, Dominik!

Bevor wir uns in Komodo ans Tauchen machen, verbringen wir erstmal einen wunderschönen Island-Hopping-Schnorchel-Tag im Nationalpark. Das was wir hier im glasklaren Wasser an Korallen und Fischreichtum geboten kriegen, haut uns glatt um und lässt die Vorfreude auf die kommenden Tauchgänge nochmal wachsen! Aber auch über Wasser ist die Aussicht nicht zu verachten :)

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Erste Schwierigkeit hierbei ist zunächst das schnelle Abtauchen – so schnell wie möglich heisst es hier die Wasseroberfläche verlassen und in die Tiefe abzutauchen, sonst kann es schnell passieren, dass man seinen Divemaster verliert, da die Strömung umso stärker ist, je weiter oben man ist. Wir kommen mit dem Druckausgleich fast gar nicht hinterher, doch am Ende klappt alles wunderbar.

Das erste Mal Strömungstauchen ist tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig und das Gefühl, wenig bis gar keine Kontrolle über Richtung und Schnelligkeit beim Tauchen zu haben, kann am Anfang etwas beängstigend sein. Doch es kann auch richtig Spaß machen – wird man so richtig von einer Strömung erfasst, kann man sich schon mal wie in einer Achterbahn vorkommen! Solange man selbst dort hin will, wo man hingetrieben wird, benötigt man auch herrlich wenig Energie – möchte man woanders hin, natürlich umso mehr. Generell gilt immer: möglichst nahe am Boden und möglichst nahe am Riff ist die Strömung am geringsten. Insgesamt haben wir uns ganz gut geschlagen und die Tauchgänge waren einfach der Wahnsinn!

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Los gehts!

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DCIM100GOPROG0203787. DCIM100GOPROG0203790. vlcsnap-2015-05-12-13h40m01s128_1 vlcsnap-2015-05-12-13h41m48s171_1 vlcsnap-2015-05-12-13h42m07s102_1 vlcsnap-2015-05-12-13h45m00s43_1 vlcsnap-2015-05-12-13h49m12s9_1 vlcsnap-2015-05-12-13h56m29s19_1 vlcsnap-2015-05-12-14h03m48s57_1Unser letzter Tauchspot des zweiten Tauchtages – „Makassar Reef“ – hat keine Korallengärten zu bieten, keine bunten Fischschwärme, keine Haie oder ähnliches. Warum ist er dann trotzdem mit Abstand der beliebteste Tauchspot im ganzen Komodo Nationalpark? Dafür gibt es genau einen Grund, und der heisst Mantas. Wahrscheinlich hat man nirgendwo auf der Welt eine so hohe Chance, diese majestätischen Tiere zu sehen. Die wollen wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.

Auch beim Manta Reef handelt es sich wieder um einen Tauchgang mit ordentlicher Strömung, und so „flitzen“ wir wie auf einer Autobahn durch die felsige Mondlandschaft, unsere Blicke schweifen ständig nach links und rechts ins tiefe Blau – keine Mantarochen zu sehen. Nach 25 Minuten schwinden die Hoffnungen, wir haben schon fast alle „Cleaning Stations“ passiert, also kleine Korallenansammlungen, an denen die Mantas in der Strömung stehen und sich von kleineren Fischen putzen lassen.

Dann plötzlich – Renee, unser Divemaster, klopft mit einem Metallstäbchen aufgeregt auf ihren Tank, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und macht das Zeichen für Mantarochen (Flügelbewegungen mit den Armen). Hektisch schauen wir uns um, unsere ungeübten Augen sehen noch nichts. Dann erinnern wir uns an die Anweisungen, die wir noch auf dem Tauchboot bekommen haben. Schnell suchen wir uns jeweils einen möglichst stabil aussehenden Stein am Meeresboden (oder in meinem Fall den ebenfalls stabil aussehenden Oberschenkel meines Tauchbuddys), krallen uns daran fest, drehen uns gegen die Strömung und legen uns möglichst flach auf den Boden.

Und dann kommen sie: zunächst zwei, später sind es vier oder fünf gigantische Tiere, mit einer Flügelspannweite von bis zu 5 Metern. Majestätisch schweben sie immer näher, bis sie quasi direk über unseren Köpfen an der Cleaning Station stoppen, minutenlang dort bleiben und friedlich über uns und um uns herum kreisen. Wir können unser Glück kaum fassen und staunen einfach nur über so viel Schönheit und die Eleganz ihrer Bewegungen. Es ist fast ein Glück, dass man unter Wasser nicht quatschen kann, denn so geniesst jeder diesen Augenblick völlig für sich alleine und versucht ihn sich unauslöschlich ins Gedächtnis zu brennen. Fast fühlen wir uns, als würden die Tiere eher uns neugierig beobachten als andersherum – trotzdem ist es für uns fast wie eine Begegnung mit Außerirdischen, so seltsam sehen die Mantas aus der Nähe aus. Diese Minuten werden wir sicherlich nie vergessen!

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Briony und Nick aus England bzw. Südafrika waren ebenfalls in unserer Tauchgruppe und da die beiden die bessere Unterwasserkamera dabei hatten, posten wir hier mit freundlicher Genehmigung auch noch deren absolut tolles Tauchvideo:

Ein Besuch des Komodo Nationalparks ist natürlich nicht komplett, ohne auch die berühmten Komodo-Warane, die größten lebenden Echsen der Welt, zu sehen. Circa 2-3000 dieser übrig gebliebenen Dinosaurier leben noch geschützt auf den Inseln Komodo und Rinca. Während die Echsen auf Komodo selbst weit verstreut und oft im dichten Wald versteckt sind, hat man auf Rinca quasi die Garantie, Warane zu Gesicht zu bekommen, denn ein paar von ihnen liegen oder laufen immer in der Nähe der Rangergebäude (vor allem natürlich der Küche) herum. Gefüttert werden sie angeblich nicht, aber die Küchengerüche seien einfach unwiderstehlich.

So dauert es auch nicht lange, bis wir die ersten gigantischen Tiere herumliegen sehen. Und wir haben sogar das Glück, ein Tier in Aktion zu sehen – denn normalerweise bewegen sie sich nur früh morgens und liegen den Rest des Tages faul unter einem Baum.

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Komodo-Warane fressen die auf der Insel wild vorkommenden Schweine, Rehe und Büffel. Ja, auch ein Büffel ist keine zu große Beute für einen Komodo-Waran. Die Echsen haben den giftigsten und mit Bakterien verseuchtesten Speichel aller Lebewesen – ein Biss ins Bein bringt daher (mit einer Verzögerung von 3-4 Wochen) sogar einen ausgewachsenen Büffel um. Anschließend benutzen die Warane ihren ausgezeichneten Geruchssinn, um ihre nun tote Beute ausfindig zu machen. Auch einige der Ranger sind bereits von einem Waran gebissen worden – eine extreme Infektion, regelmäßige Antibiotika-Spritzen und lange Wochen der Gesundung sind dann nötig (das hat der Guide uns übrigens erst erzählt, NACHDEM er gefragt hat, wer ein Bild mit dem Waran machen möchte).

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