Unser Weg von Chennai in Indien nach Indonesien führt uns mal wieder über Kuala Lumpur – für günstige Flüge kommt man an diesem Mega-Asia-Drehkreuz oftmals einfach nicht vorbei. Die günstigste Option beinhaltet natürlich auch noch eine Nacht am Flughafen, doch so toll und modern wie der ist, machen wir uns wenig Sorgen, ein einigermaßen bequemes Plätzchen zu finden. Falsch gedacht – bequeme Schlafplätze Fehlanzeige, der ganze Terminal ist bereits voller schnarchender Transit-Touristen, die jedes auch nur halbwegs gepolsterte Stück Flughafen in Beschlag genommen haben. Dreimal werden wir vom Wachmann von einem Stückchen Teppichboden verscheucht, bis wir endlich auf dem Fliesenboden in der „Sleeping Area“ ein paar Stunden schlafen.

Und dann landen wir in Jakarta, wir sind in Indonesien, dem größten Inselstaat der Welt und dem Land mit der viertgrößten Bevölkerung. Schon der erste Blick in den Lonely Planet überfordert – 17.000 Inseln, und alles davon soll völlig umwerfend sein. Puh. Zunächst mal haben wir nur 30 Tage Visum in der Tasche, also konzentrieren wir uns erstmal auf das naheliegenste, die Hauptinsel Java.

Und Java bereisen wir nicht alleine, denn wir erwarten mal wieder Besuch!! Ganz hibbelig laufe ich schon seit Stunden im Six Degrees Hostel in Jakarta auf und ab und warte auf meine liebe Freundin Claudi! Juhuu, das Wiedersehen wird erstmal bei einem Teller Nasi Goreng gefeiert und fix wird ein Plan für die nächsten drei Wochen ausgearbeitet… irgendwie haben wir alle Bock auf Entspannung, Relaxen, Strand… gemeinhin auch URLAUB genannt :) Da fällt einem natürlich als erstes Bali ein… oder die Gili Islands. Doch natürlich wollen wir auch Java nicht links liegen lassen, und so ist fix eine West-Ost-Durchquerung von Indonesiens Hauptinsel mit den wichtigsten Highlights geplant. Schon am nächsten Morgen gehts los!

So nehmen wir als allererstes den Zug nach Yogyakarta, wo wir vom Zugfenster aus einen ersten Eindruck von der sattgrünen, wunderschönen Landschaft Javas bekommen. Unser Ziel ist der Borobudur Tempel ausserhalb der Stadt, der neben Bagan in Burma und Angkor Wat in Kambodscha als dritter großer Must-See Tempel Asiens beschrieben wird. Wir düsen, diesmal im Zweier-Konvoi mit dem Roller dorthin.

DCIM100GOPROG0091010. DCIM100GOPROG0111026. DCIM100GOPROG0121035.Borobudur ist eine Pyramide mit insgesamt 9 Stockwerken. Entlang der Wände der ersten vier Stockwerke befinden sich Reliefs von insgesamt 5km Länge, welche das Leben Buddhas darstellen. Darüber liegen Terrassen mit insgesamt 72 Stupas, welche die Hauptstupa mit fast 11 Metern Durchmesser umrahmen. Von oben betrachtet ähnelt Borobudur anscheinend einem großen Mandala. Wir fanden den Tempel insgesamt sehr schön, aber dem Vergleich mit Bagan oder Angkor hält er für uns nicht stand.

DCIM100GOPROG0131039. IMG_3062_1 (Large) IMG_3063_1 (Large) IMG_3066_1 (Large) IMG_3070_1 (Large) IMG_3073_1 (Large) IMG_3076_1 (Large) IMG_3077_1 (Large) IMG_3081_1 (Large) IMG_3087_1 (Large) IMG_3091_1 (Large) IMG_3092_1 (Large) IMG_3095_1 (Large) IMG_3097_1 (Large) IMG_3105_1 (Large) IMG_3109_1 (Large) IMG_3117_1 (Large) IMG_3121_1 (Large) IMG_3123_1 (Large)So mitten auf dem „Ring of Fire“, dem Pazifischen Feuerring, spriessen die Vulkane links und rechts von einem natürlich gerade so aus dem Boden. Wir haben uns zwei besonders spannende Exemplare ausgesucht: Mount Bromo und Kava Ijen – aber Vorsicht, die Besichtigung ist nichts für Faule und Langschläfer :)

Das einfachste ist hier eines der vielen angebotenen Tourpackages zu buchen, diese starten in Yogyakarta oder sogar in Jakarta und bringen einen am Ende praktischerweise gleich nach Bali. Aufgrund unserer renitenten Abneigung gegen vorgebuchte Touren gehen wir das Ganze auf eigene Faust an. Das hat sich bislang ja immer noch als deutlich günstiger und spannender herausgestellt – IMMER. Aber lasst euch was gesagt sein, die beiden Vulkane Javas auf eigene Faust zu besichtigen, hat uns an unsere Grenzen gebracht 😀 Liegt wahrscheinlich daran, dass es KEINE öffentlichen Verkehrsmittel dorthin gibt (macht im Nachhinein betrachtet auch Sinn, warum sollten Locals zu einem Vulkan im Nirgendwo fahren?, d.h. man muss sich im Endeffekt doch immer in Tourbusse einzecken), und  hier quasi alles mitten in der Nacht stattfindet. Somit gilt hier wahrscheinlich die ganz große Ausnahme des weltweiten Tourismus: eine Tour buchen macht Sinn :)

Gesehen haben wir natürlich trotzdem alles, nur eben mit deutlich mehr Stress. Und was für wunderschöne Dinge haben wir gesehen. Ich möchte sogar behaupten, der Sonnenaufgang am Mount Bromo gehört mit zu den schönsten und spektakulärsten Dingen ever ever – das Aufstehen um 2 Uhr nachts lohnt sich definitiv.

IMG_3126_1 (Large)IMG_3160_1 (Large) IMG_3180_1 (Large) IMG_3185_1 (Large) IMG_3197_1 (Large) IMG_3216_1 (Large) IMG_3228_1 (Large) IMG_3230_1 (Large) IMG_3244_1 (Large) IMG_3253_1 (Large) IMG_3261_1 (Large) IMG_3266_1 (Large)Der Bromo ist übrigens der schüsselförmige, rauchende Krater links, davor der kegelförmige Batok, der große dahinter ist der Semeru.

DCIM100GOPROG0161480.Noch im dichten Nebel marschieren wir durch die Nebelwand hindurch zum Vulkan selbst, um ein bisschen am Kraterrand spazieren zu gehen. Langsam verziehen sich die Wolken und mehr und mehr von der spektakulären Landschaft wird sichtbar.

DCIM100GOPROG0191525. DCIM100GOPROG0201540. DCIM100GOPROG0211553. IMG_3274_1 (Large) IMG_3279_1 (Large) IMG_3281_1 (Large) IMG_3289_1 (Large) IMG_3296_1 (Large) IMG_3299_1 (Large) IMG_3324_1 (Large) IMG_3333_1 (Large) IMG_3340_1 (Large) IMG_3353_1 (Large) IMG_3356_1 (Large) IMG_3361_1 (Large)Und da Schlaf ja ohnehin völlig überbewertet wird, ziehen wir uns direkt in der Nacht darauf noch den zweiten Vulkan, den Kava Ijen, rein. Diesmal ist das ganze noch härter, denn der Wecker klingelt schon um 1 Uhr und es wartet eine anstrengende Wanderung auf uns. Diesmal ist es nicht der Sonnenaufgang, der die Nacht-und-Nebel-Aktion rechtfertigt, sondern die sogenannten „Blue Flames“. Denn am Kava Ijen wird Schwefel abgebaut. Der austretende Schwefeldampf entzündet sich, sobald er mit Luft in Berührung kommt in blauen Flammen. Diese sind jedoch nur in absoluter Dunkelheit zu sehen – ein toller Anblick (und ein schrecklicher Gestank!)

IMG_3390_1 (Large) IMG_3404_1 (Large) IMG_3408_1 (Large)Doch Touristen sind bei weitem nicht die einzigen, die sich im und um den Krater des Kava Ijen tummeln, denn wie gesagt wird hier Schwefel abgebaut, und zwar nicht maschinell. Der abgelagerte Schwefel wird von ziemlich beeindruckenden Männern per Hand aus dem Krater gehauen und in Bambuskörben bis dorthin getragen, wo wir heute morgen übermüdet aus dem Tourbus gestolpert sind, was, wie gesagt, eine ziemlich lange und anstrengende Wanderung war.

Ihre Körbe sind bis zu  80kg schwer und die Arbeiter verdienen ca. 700 Rupien pro Kilo, was in etwa 5 Cent entspricht. Der Rohschwefel wird dann vor allem an die Kosmetik- und Pharmaindustrie weiterverkauft.

IMG_3427_1 (Large) IMG_3431_1 (Large) IMG_3433_1 (Large) IMG_3447_1 (Large)Nach nur einer Woche verabschieden wir uns von Java, freuen uns darauf, mal wieder auszuschlafen und gehen nun zum gemütlicheren Teil über :)


Kommentare

Java – wo’s qualmt und stinkt — 1 Kommentar

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