Tag 1: Flug nach Lukla, Trek nach Phakding (2610m)

Es ist der Abend vor dem Trek, 22 Uhr. Alles ist vorbereitet, der Rucksack ist gepackt. Insgesamt drei Tage haben wir gebraucht, um alles nötige zu organisieren und einzukaufen. Unseren ursprünglichen Plan, alleine loszuziehen und unser Gepäck selber über die Berge zu schleppen, lassen wir relativ schnell wieder fallen, als uns klar wird, wieviel Zeug man zu dieser Jahreszeit in Nepals Bergen tatsächlich braucht. Es ist Winter im Gebirge, die Nächte bis zu -20 Grad kalt, dicke Schlafsäcke und Daunenjacken sind da Pflicht. Diese gibt es in Kathmandu Gott sei Dank in guter Qualität für weniger als 1€ pro Tag zu mieten. Alles andere – diverse Fleece-Schichten, Wanderhosen, Socken und einfach alles, was man sonst noch brauchen könnte, gibt es günstig in hunderten von (Fake-)Outdoor-Läden in Nepals Hauptstadt zu kaufen. Mindestens so zahlreich wie Outdoor-Läden sind in Kathmandu Trekking-Agenturen zu finden. In einer von ihnen heuern wir einen „Porter-Guide“ an, der sowohl unseren großen Rucksack tragen wird, als auch – wie der Name schon sagt – die Aufgaben eines Guides übernehmen wird.

Etwas mulmig ist uns so kurz vor dem Start des Treks schon zumute. 16 Tage am Stück waren wir vorher noch nie gewandert – Christo hat immerhin 7 Tage Alpenüberquerung und 7 Tage wandern in Lappland vorzuweisen. Meine längste Wanderung dauerte klägliche 3 Tage. Auch wissen wir natürlich noch nicht, wie sehr uns Höhe und Kälte zu schaffen machen werden. So oder so wird die Wanderung für uns eine krasse körperliche Herausforderung werden.

Bereits um 4.30 Uhr beendet der Wecker unsere Nacht und noch im Dunkeln fahren wir zum Flughafen, wo wir für den allerersten Flug nach Lukla um 6.30 einchecken.

IMG_0605_1 (Large) IMG_0607_1 (Large) IMG_0609_1 (Large)Der 30minütige Flug mit der kleinen Propellermaschine nach Lukla ist das erste ganz große Highlight. Die majestätische Bergkette des Khumbu-Himalayas erstreckt sich über den gesamten Horizont und wird langsam von den ersten rotgoldenen Sonnenstrahlen erhellt – ein imposantes und auch etwas einschüchterndes Panorama.

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Das Khumbu liegt ganz im Nordosten Nepals an der Grenze zu Tibet und beherbergt den Sagarmatha Nationalpark, in dem wir uns bewegen werden. Sagarmatha ist der nepalesische Name für den Mount Everest. Im Gegensatz zum übrigen hinduistischen Nepal ist dieser Landesteil fast ausschließlich buddhistisch geprägt, vorherrschende Bevölkerungsgruppe sind die aus Tibet stammenden Sherpas.

Der Flughafen in Lukla gehört zu den gefährtlichsten der Welt. Die Hangneigung der 527 m langen Landebahn beträgt rund 12 %, und kann nur bergwärts angeflogen werden. Das Ende der Startbahn bricht abrupt etwa 600 m tief ab – Starts und Landungen sind hier wahrlich atemberaubend. Obwohl es nur eine gemeinsame Start- und Landebahn gibt, erfolgen Starts und Landungen mitunter im Abstand von wenigen Minuten, wobei das startende Flugzeug im Dudh Kosi Tal auf einer tieferen Flughöhe bleibt und so dem gleichzeitig im Landeanflug befindlichen Flugzeug mit etwas Höhenabstand in Gegenrichtung begegnet. Jetzt in der Nebensaison landen nur ca. 5-10 Flugzeuge täglich in Lukla, zur Hauptsaison können es über 50 Flüge täglich sein. Aus Sicherheitsgründen wird nur bei allerbestem Wetter geflogen, was beispielsweise dazu führte, dass sich 2011 ca. 2500 Touristen in Lukla stauten und auf ihren Rückflug warteten. Unsere Maschine landete jedenfalls butterweich und souverän.

Wem das mit dem Flug zu heikel ist (und zu teuer, der Flug kostet einfach immerhin 160$), für den gibt es noch eine Alternative: von Kathmandu aus nimmt man den Bus nach Jiri und wandert von dort aus nach Lukla. Nach 6 Tagen Tälerdurchquerungen kommt man dann gut aufgewärmt an, um den eigentlichen Trek zu starten :)

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Hier noch ein kurzes Video vom Flug nach Lukla und zurück:

Am Flughafen treffen wir unseren Porter Nando – einen 33jährigen, zweifachen Familienvater, der in der Kumbu-Region aufgewachsen ist und bereits seit vielen Jahren als Bergführer arbeitet. Den vor uns liegenden Trek kennt er praktisch auswendig.

Der Everest Base Camp Trek ist neben dem Annapurna Circuit der beliebteste und am meisten frequentierte Fernwanderweg Nepals. Bis zu 30.000 Wanderer jährlich unternehmen diesen Trek, der für uns nach einem kräftigen Frühstück und der Registrierung bei der „Bergpolizei“ in Lukla nun ebenfalls beginnt. Wir freuen uns darauf, endlich loszuwandern, um unsere eiskalten Glieder etwas aufzuwärmen.

Der erste Tag ist ein sehr entspannter – von Lukla auf 2840 Metern geht es sogar 200 Höhenmeter nach unten ins Tagesziel Phakding. Nach kurzer Zeit kommt auch die Sonne raus und wir können die ein oder andere Schicht  ablegen.

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Die Wanderung führt uns durch ein schönes Tal, vorbei an kleinen Dörfern, Stupas und flatternden Gebetsfahnen. Es herrscht relativ viel Verkehr – Mulis und Yaks kommen uns entgegen, die alle benötigten Güter in die Ortschaften bringen. Zusammen mit den Trägern (und Helikoptern) sind sie das einzige Transportsystem im Himalaya: Straßen und Fahrzeuge gibt es hier nicht.

Auch viele Sherpas sehen wir, teils mit scheinbar unmenschlichen Lasten beladen, sei es Baumaterial für Häuser oder Paletten voll Bier für durstige Touristen (was dann auch erklären dürfte, warum eine Dose Bier je nach Höhe bis zu 6€ kosten kann). Wir lernten übrigens dass Sherpa der Name einer tibetischen Volksgruppe ist, die vor ca. 400 Jahren aus Osttibet nach Nepal einwanderten. Da viele Hochgebirgsträger aus dieser Volksgruppe stammen, wird der Name Sherpa heute auch oft als Synonym für Träger verwendet. Der wohl berühmteste Sherpa ist Tenzing Norgay, dem 1953 zusammen mit Sir Edmund Hillary die Erstbesteigung des Mount Everest gelang.

DCIM100GOPROG0273453. IMG_0886_1 (Large)DCIM100GOPROG0253448. IMG_0702_1 (Large)(ja, es gibt auch Wanderer, die ihrem Porter Hartschalenkoffer übergeben)

Auch wir hatten zu Beginn ein etwas seltsames Gefühl dabei, einen Porter zu engagieren. Wir merkten allerdings schnell, dass es von den Portern selbst eher andersherum gesehen wird – Touristen, die mit eigenem Gepäck wanderten, wurden eher mit Missfallen betrachtet. Macht auch irgendwie Sinn, denn sie bringen kein Geld in die Familien der Träger, wo es dringend benötigt wird.

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Touristen sind derzeit verhältnismäßig wenige unterwegs – in der Hauptsaison im Oktober/ November und auch im März/April kann es wohl auf den Wanderwegen schon mal zum Stau kommen.

Nach nur 3 Stunden ganz gemütlicher Wanderung erreichen wir pünktlich zum Mittagessen unsere erste Lodge. Dank des schönen Wetters können wir nachmittags in Phakding noch einen Tee in der Sonne genießen.

IMG_0709_1 (Large) IMG_0724_1 (Large) IMG_0732_1 (Large) IMG_0739_1 (Large) IMG_0741_1 (Large) IMG_0742_1 (Large)IMG_0747_1 (Large)Tag 2: von Phakding nach Namche Bazaar (3440 m)

Unsere erste Nacht war sehr angenehm und kuschlig warm – dank Daunenschlafsack, extra Decke, drei Kleidungsschichten und Wärmflasche. Mal sehen was da in höheren Lagen noch auf uns zukommt…

Das kochende Wasser in der zur Wärmflasche umfunktionierten Trinkflasche ist bis zum Morgen lauwarm geworden und somit eindeutig dem Gletscherwasser vorzuziehen, um sich das Gesicht zu waschen. Der Rest dient dann gleich als erste Trinkwasserration des Tages – das nennt man effiziente Wasserverwendung. Ein Liter heißes Wasser kostet aber auch immerhin 1,50€, später in höheren Lagen bis zu 3€.

Nach einem ausgiebigen Früstück führen uns die ersten 2,5 Stunden noch durch relativ flaches Gelände bis nach Jorsalee, wo wir mit Blick auf den rauschenden Fluss Mittagspause machen.

DCIM100GOPROG0383489. IMG_0766_1 (Large) IMG_0785_1 (Large) IMG_0810_1 (Large) IMG_0814_1 (Large)Ab jetzt gibt es drei Mal täglich dicke Portionen Kohlenhydrate :)

Danach wird es schon steiler und anstrengender – in drei Stunden arbeiten wir uns 600 Höhenmeter nach oben und erreichen Namche Bazaar. Noch bewegen wir uns unterhalb der Baumgrenze – das wird sich jedoch bald ändern. Die Strecke am Nachmittag legen wir gemeinsam mit John und Leah aus Australien zurück, die sich ebenfalls auf langer Weltreise befinden. Auch einen witzigen Abend am Ofen der Lodge verbringen wir mit den beiden.

IMG_0829_1 (Large) IMG_0851_1 (Large) IMG_0861_1 (Large)Einer der Porter lässt Christo versuchshalber sein Gepäck heben- 60 kg (!), die auf der Stirn getragen werden. Vor so viel Kraft und Ausdauer können wir nur ehrfürchtig staunen.

Tag 3: Akklimatisierungstag in Namche Bazaar

Um dem Körper Zeit zu geben, sich an die Höhe anzupassen, haben wir für Namche den ersten Akklimatisierungstag geplant. Wie genau diese hochkomplexe Akklimatisation an den reduzierten Sauerstoffgehalt der Luft im Körper abläuft, weiß man bis heute nicht genau, jedoch ist er absolut entscheidend.

Die Höhenkrankheit stellt bei den Trekkings in Nepal ein großes Problem dar, vor allem deshalb, weil sich viele Wanderer nicht genug Zeit für die Anpassung nehmen und zu schnell aufsteigen. Erste Symptome der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetit- und Schlaflosigkeit. Ignoriert man diese Warnzeichen des Körpers und steigt weiter auf (was häufig bei Gruppenreisen vorkommt, da man ja wegen ein bisschen Kopfweh die Gruppe nicht aufhalten möchte), kann es zu akuter Höhenkrankheit kommen (Erbrechen, Schwindel, Husten mit blutigem Auswurf, Herzrasen und Atemnot in Ruhe), im allerschlimmsten Fall kann die Krankheit mit einem Lungen- oder Gehirnödem sogar tödlich enden. Täglich sahen wir mehrmals den Rettungshubschrauber Touristen in tiefere Gebiete oder gleich bis Kathmandu ausfliegen. Tückischerweise kann die Höhenkrankheit jeden treffen: dabei ist es völlig irrelevant, wie alt, sportlich oder gut trainiert man ist. Ein paar der fittesten und gesündesten Kerle, die wir trafen (beispielsweise einen Waldbrandbekämpfer in den Rocky Mountains) mussten plötzlich den Trek abbrechen. Wir sind mehr als glücklich und dankbar, dass wir keine großen Probleme mit der Höhe hatten!

Ein solcher „Rest Day“ ist allerdings nicht ganz so entspannend wie er klingt: Idealerweise wandert man auch an diesen Tagen einige hundert Höhenmeter nach oben, um dann wieder auf niedrigerer Höhe zu schlafen, nach dem „Hike high, sleep low“-Prinzip.

So wandern wir zunächst zum Viewpoint in Namche, von wo aus sich bei guten Wetter erstmalig der Mount Everest präsentiert. Wir konnten einen ganz kleinen Teil der Spitze hinter den Wolken erahnen :) Anschließend überquerten wir noch das Rollfeld eines Flughafens, den man im Leben nicht als solchen erkennen würde.

IMG_0903_1 (Large) IMG_0913_1 (Large)Tenzing Norgay Gedenkstatue – der erste Sherpa auf dem Everest, 1953 zusammen mit Edmund Hillary

IMG_0923_1 (Large) IMG_0930_1 (Large) IMG_0933_1 (Large) IMG_0943_1 (Large) IMG_0905_1 (Large)Namche Bazaar ist die mit Abstand größte Siedling in der Khumbu-Region, hier gibt es quasi alles. Pizzerias, Bäckereien, Internetcafes, Banken, Outdoorläden und Bars. Derzeit ist jedoch das meiste davon geschlossen. Alle Wanderer trafen sich somit nachmittags in der Namche Bakery, wo man sich mit einem hervorragenden Stück Kuchen für die ersten Wandertage belohnen kann. Während der Himmel draußen immer weiter zuzieht und es immer stärker schneit, verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag mit anderen Trekkern bei Schokokuchen und Honigbrot.

IMG_0956_1 (Large) IMG_0958_1 (Large) IMG_0961_1 (Large) IMG_0964_1 (Large) IMG_0965_1 (Large) IMG_0962_1 (Large)IMG_0902_1 (Large)Da man sich beim Wandern ja Gott sei Dank keine Gedanken über Kalorien machen muss, ist abends auch locker nochmal ein Dal Bhat drin. Das nepalesische Nationalgericht besteht aus Linsensuppe, Gemüse-Kartoffel-Curry und jeder Menge Reis, und jedes davon wird bis zum Platzen nachgefüllt. Wie sagt man so schön: Dal Bhat Power, 24 hour! :)

Tag 4: Namche Bazaar bis Tengboche (3860m)

Morgens brauchen wir mal wieder unsere ganze Willenskraft, um uns aus unserem warmen Deckenberg herauszuwühlen – zum ersten Mal sind heute auch die Fensterscheiben und Wasserleitungen eingefroren.

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Wir starten den Tag mit einem herrlichen Höhenwanderweg, der hinter jeder Kurve neue spektakuläre Ausblicke offenbart.

DCIM100GOPROG0413503. DCIM100GOPROG0423511. DCIM100GOPROG0443523. IMG_0988_1 (Large) IMG_0993_1 (Large) IMG_1013_1 (Large) IMG_1022_1 (Large) IMG_1023_1 (Large)Im Hintergrund der Ama Dablam (6814m), er gilt als einer der schönsten Berge der Erde

IMG_0999_1 (Large)Links neben Ama Dablam, mit dem Wolkenkranz, die Gipfel von Mount Everest (8848m) und Lhotse (8516m, der vierthöchste Berg der Erde)

Mittagessen gibt es in einem kleinen Dorf am Fluß – den angenehmen Abstieg können wir aber nur bedingt genießen, da wir schon genau wissen, dass wir jeden Höhenmeter später wieder hochmüssen. Gut gestärkt mit Bratkartoffeln, Gemüse, Ei und Käse bringen wir den dreistündigen Aufstieg am Nachmittag hinter uns und erreichen Tengboche.

IMG_1030_1 (Large) IMG_1032_1 (Large) IMG_1057_1 (Large) IMG_1063_1 (Large) IMG_1066_1 (Large)Tengboche beherbergt ein großes buddhistisches Kloster, wo uns ein Mönch den Gebetsraum zeigt (aber nur barfuß, brrrr). Leider findet heute keine Zeremonie mehr statt, wenn wir jedoch am nächsten Morgen um 6.30 vorbeischauen, könnten wir den Mönchen beim Beten und Chanten zusehen. Mit Sicherheit wäre dies ein tolles Erlebnis gewesen – bei Minusgraden im Kloster konnte sich jedoch niemand so früh aus der Lodge zwingen. :)

Der Abend vergeht wie so oft mit Lesen und Gesprächen rund ums wärmespendende Feuer, begleitet von Dal Bhat und Thermoskannen voller Tee, bis sich jeder relativ früh in den warmen Schlafsack verzieht. Ein heute sehr seltenes und ungewohntes Bild: ohne Strom und W-Lan sieht man hier nicht wie so häufig einen jeden in sein Smartphone schauen und die Fotos des Tages auf Facebook posten. Hier liest man entweder ein Buch oder unterhält sich mit anderen.

Ab spätestens 19.30 Uhr wird jedoch der Ofen nicht mehr nachbefeuert, ein unmöglich zu ignorierendes Signal, doch gefälligst ins Bett zu gehen :)

IMG_1068_1 (Large)Tag 5: Tengboche nach Dingboche (4410m)

Die Stimmung im Frühstücksraum am nächsten Moren ist etwas gedrückt – so gut wie alle haben eine mehr oder weniger schlaflose Nacht mit höhenbedingten Kopfschmerzen hinter sich. Gott sei Dank sollte es für uns die letzte sein.

Auch der Vormittag vergeht etwas zäh – da wir die ersten 1,5 Stunden im Schatten über gefrorenen Boden durch den Wald wandern, können sich unsere kalten Muskeln kaum aufwärmen und die Anstiege machen Mühe.

Nach dem Lunch kommen wir deutlich besser voran und üebrqueren ein wunderschönes, felsig-karges Hochplateau, vor und hinter uns schneebedeckte Gipfel. Solche atemberaubende Anblicke lassen jede Anstrengung schnell wieder vergessen und schneller als erwartet aben wir auch die letzten 400 Höhenmeter bis Dingboche hinter uns gelassen, wo wir einen weiteren Akklimatisationstag verbringen werden.

IMG_1074_1 (Large)Morgendlicher Blick von Tengboche aus: Nuptse (7861m, der Kamm mit sieben Gipfeln links), Everest (die linke Wolke, der Everest ist quasi hinter dem Nuptse und nur der Gipfel ist zu sehen) und Lhotse (die rechte Wolke)

DCIM100GOPROG0433517. DCIM100GOPROG0483548. DCIM100GOPROG0543579. IMG_1096_1 (Large) IMG_1107_1 (Large) IMG_1110_1 (Large) IMG_1118_1 (Large) IMG_1127_1 (Large) IMG_1129_1 (Large) IMG_1132_1 (Large) IMG_1141_1 (Large) IMG_1149_1 (Large) IMG_1152_1 (Large)

Tag 6: Akklimatisierungstag in Dingboche

Auch an unserem zweiten „Rest Day“ machen wir kleinere Wanderungen in die umliegenden Berge, mit spektakulären Aussichten. Wie so oft schauen wir uns kopfschüttelnd um, und können es gar nicht glauben, diese umwerfende Naturlandschaft mit eigenen Augen sehen zu dürfen.

DCIM100GOPROG0603613. DCIM100GOPROG0623626. IMG_1181_1 (Large) IMG_1185_1 (Large) IMG_1202_1 (Large) IMG_1206_1 (Large) IMG_1211_1 (Large)

Da im kleinen Ort Dingboche jetzt zur Nebensaison die wenigen Cafes und Bakerys geschlossen haben, verbringen wir den Rest des Tages in unserer Lodge, ungeduldig darauf wartend, dass abends endlich das Feuer im Gemeinschaftsraum entfacht wird. Doch selbst der zum Heizen verwendete Yak-Dung ist auf dieser Höhe wertvoll und wird nicht für europäische Weicheier verschwendet. Bei -20 Grad nachts und morgends würden wir uns wünschen, die Viecher würden etwas mehr kacken :)

Fensterscheiben, Wasser in der Toilette, Trinkwasserflasche, Gesichtscreme – morgens ist alles eingefroren. Wir stocken einfach die Anzahl der Zusatzdecken nochmals auf und haben es nachts wieder kuschlig warm (solange man nur nicht aufs Klo muss…).

DCIM100GOPROG0593609. IMG_1213_1 (Large) IMG_1214_1 (Large) DCIM100GOPROG0633631.Für uns verwöhnte Europäer ist dies eine ganz neue Erfahrung – wir sind es gewohnt, im Winter einfach die Heizung aufzudrehen, bis es in der Wohnung kuschlige 23 Grad hat. Zu jeder Zeit kommt unbegrenzt heißes Waser aus dem Wasserhahn. In den Hütten des Himalayas gibt es nur einen einzigen Raum, der geheizt wird, und das nur für ein paar Stunden täglich, schließlich muss vorher jemand draußen genug Yakdung sammeln gehen.

In den Schlafräumen dagegen herrscht eisige Kälte, der Atem dampft vorm Gesicht, über Nacht friert alles auch nur halbflüssige ein und elektronische Geräte steckt man lieber mit in den Schlafsack.

Wir sind freiwillig hier und müssen mit diesen Umständen gerade mal zwei Wochen klarkommen. Doch die Menschen hier verbringen ihr gesamtes Leben so und haben keine Wahl. Für uns ist dies jedenfalls eine wertvolle Erfahrung, die uns sicherlich wieder ein Mal dankbarer für unser luxuriöses Leben zuhause macht.

Tag 7: Dingboche nach Labuche (4910m)

Mit dem heutigen Tagesziel kratzen wir bereits an der 5000er-Marke – es geht nach Labuche auf 4910m. Wir wandern wieder einmal durch ein wunderschönes Tal, überqueren einen Eisfluss und essen auf einer wahnsinnig schön gelegenen Aussichtsterrasse zu Mittag.

IMG_1221_1 (Large) IMG_1222_1 (Large) IMG_1223_1 (Large) IMG_1229_1 (Large) IMG_1254_1 (Large)DCIM100GOPROG0643634. DCIM100GOPROG0653643. DCIM100GOPROG0673656. DCIM100GOPROG0683664. DCIM100GOPROG0693670. IMG_1301_1 (Large)

Anschließend erklimmen wir den Thukla Pass mit 4830 Metern. Hier oben am Pass befinden sich auch zahlreiche Gedenkstätten für Westler und Sherpas, die bei der Besteigung des Mount Everest ihr Leben verloren haben. Bis jetzt starben insgesamt über 300 Menschen bei der Besteigung des höchsten Bergs der Erde, durch Abstürze, Erfrieren, Erschöpfung, Höhenkrankheit und Lawinen.

DCIM100GOPROG0713678.Oben am Pass

IMG_1273_1 (Large) IMG_1281_1 (Large) IMG_1304_1 (Large) IMG_1307_1 (Large) IMG_1314_1 (Large) IMG_1320_1 (Large) IMG_1330_1 (Large) IMG_1333_1 (Large) IMG_1340_1 (Large) IMG_1362_1 (Large) IMG_1237_1 (Large) IMG_1249_1 (Large)Angekommen in Labuche! Schon morgen werden wir am Basislager des höchsten Berges der Welt stehen, eine unglaubliche Vorstellung… doch dazu mehr im nächsten Artikel!

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Kommentare

Hinauf ins Herz des Khumbu: EBC Trek Teil 1 — 4 Kommentare

  1. Der Artikel klingt ja wie eine Einladung in die Region. Tolle Bilder (obwohl ich hier in Paraguay leider irgendwie nicht alle geladen bekomme). Freu mich schon auf Teil 2. Viel Spaß noch euch beiden und liebe Grüße aus Südamerika…

    • Ja, Nepal sollte unbedingt auf die Liste für euren nächsten Trip (der ja sicherlich kommen wird :) ) – es war sicherlich eines der ganz, ganz großen Highlights!!

  2. Wirklich wundervolle Bilder! Wieder so toll und lebendig geschrieben, klar und inspirierend. Steffi, bringst Du mir bitte den kleinen Hund mit, gern auch n junges Yak und frag doch bitte mal die Sherpas nach ihrem Osteopathen. Den würd ich gern mal treffen =) Ahoi aus Hamburch

    • Danke für die Komplimente, lieber Volker! Pst, den Hund hab ich mit im Rucksack vom Sherpa versteckt 😉 Dann war aber leider kein Platz mehr für nen Baby-Yak… Gruß zurück nach Hamburch :)

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