Erinnert ihr euch noch an unser Einreise-Spektakel von Bangkok nach Manila? Wo wir kein Ausreiseticket vorzeigen konnten, deshalb nicht einchecken konnten und in allerletzter Sekunde im Internetcafe des Flughafens noch einen Flug nach Saigon buchten?

Und was haben wir draus gelernt? Rein gar nichts 😀 Denn schon wieder standen wir völlig uninformiert und unvorbereitet am Flughafen, und dachten mit dem Visa-on-arrival in Vietnam, das funktioniert ganz wunderbar, sobald wir landen. Heisst ja schließlich auch Visa-on-arrival. Entsprechend blöd schauen wir aus der Wäsche, als uns die Dame am Check in nach unserem Letter of Approval frägt. Unserem was of was bitteschön?!

Wie sich herausstellt, muss man sich trotz Visa on Arrival im Vorab bereits diesen Wisch bei der Botschaft oder einer Online-Agentur besorgen. Da meint die gute Frau einfach, wir sollten doch jetzt zurück in die Stadt fahren, uns um den Letter kümmern und in 2-3 Tagen einen neuen Flug buchen. Da schaltet sich auch noch ein Ami vom Check-in nebenan ein, ihm sei genau das gleiche passiert und er wollte eigentlich auch schon vor drei Tagen fliegen.

Wir sind baff, das kommt ja überhaupt nicht in die Tüte wegen so einem blöden Zettel den Flug verfallen zu lassen und Silvester in Saigon zu verpassen. Wir haben noch ca. 1 Stunde bis der Check-in schließt, setzen uns erst mal auf den Boden und loggen uns ins Wifi ein. Schnell teilt uns Google mit, dass Online-Agenturen diesen Letter im Eilverfahren innerhalb von einer halben Stunde ausstellen können. Allerdings ist es bereits 22 Uhr, ans Telefon geht niemand. Die Agentur hat jedoch eine Chatfunktion, und es antwortet auch jemand.

Leider bekommen wir mitgeteilt, dass man uns heute aufgrund der Uhrzeit nicht mehr helfen kann. Wir könnten aber morgen gleich früh den ersten Flug nehmen, das sei in Ordnung. Innerhalb von 10 Minuten ist der Brief (für eine schmerzhaft saftige Gebühr versteht sich) schon in unserem email-Fach, ausgestellt auf nächsten Tag, den 30. Dezember. Hm, denken wir uns, unseren ursprünglichen Flug können wir immer noch erwischen, und wir landen um halb 1 morgens, also ist es ja streng genommen auch bereits der 30. Also rein in den Flieger.

Aber am Visa-on-arrival Schalter in Saigon kommt es wie es kommen muss: es gibt ein Problem mit unseren Unterlagen, teilt uns der streng dreinschauende Immigrationsbeamte mit, der Letter of Approval sei „fake“, er kann ihn im System nicht finden. Tja, das hat der Heini von der Agentur wohl gemeint damit, dass er uns heute nicht mehr helfen kann – es war einfach nicht genug Zeit, um unsere Daten auch an die Einwanderungsbehörde zu übermitteln.

Wir bleiben erstmal ruhig und versuchen es ganz vernünftig und stellen uns auch ein bisschen doof. Leider hilft alles nichts, die uniformierten Herren werden immer unfreundlicher und lauter, am Ende droht man uns damit, uns nach einer Nacht „in the room“ (was immer das ist) mit dem ersten Flieger zurück nach Manila zu schicken. Nach langem hin und her (es war mittlerweile auch schon 3 Uhr nachts) bekommen wir noch eine zweite Option angeboten, das sogenannte „Emergency Visum“. Für einen völlig unverschämten Preis, der mit Sicherheit mindestens zur Hälfte in den Taschen der Beamten landet, bekommen wir gerade mal 15 Tage Aufenthaltsgenehmigung in den Pass geklatscht. Das ist natürlich viel zu wenig, von daher rennen wir direkt am nächsten Tag in Saigon zu einer Visa Agentur, um das Visum um weitere 4 Wochen verlängern zu lassen. Da die Behörden ab Silvester für 5 Tage Urlaub machen, muss natürlich auch dies wieder im Eilverfahren, mit entsprechendem Preisaufschlag, passieren.

Das war mit Sicherheit die teuerste Einreise unseres ganzen Lebens!!! Vielleicht schaffen wir es ja ab jetzt, uns etwas detaillierter über Einreisebestimmungen zu informieren 😉

So, nun aber zu Saigon alias Ho-Chi-Minh City (HCMC).

Durch Christos Freund Moritz, der in Saigon lebt und arbeitet, und dessen Freundeskreis bekommen wir eine Stadt auf unserer Reise mal aus einer anderen Persepektive mit, nämlich aus Expat-Sicht statt aus Backpacker-Sicht. Der Unterschied ist frappierend :)

IMG_9601_1 (Large)IMG_9592_1 (Large) IMG_9600_1 (Large)Auch Silvester feierten wir dieses Jahr eher backpacker-untypisch in einer Skybar Saigons mit einem Wahnsinns Blick über die Stadt und auf das Feuerwerk. Vorher ließen wir uns jedoch am Villa-Pool ein sensationelles Barbecue schmecken (sorry Uwe, Foto geklaut :) )10888672_10203335207196122_1718477943208127080_n_1 (Large)

IMG_9625_1 (Large) IMG_9627_1 (Large) IMG_9628_1 (Large) IMG_9636_1 (Large) IMG_9637_1 (Large)So starten wir recht pompös ins neue Jahr und können uns nach einer kurzen Ausnüchterungsphase auf unsere eigentliche Mission in HCMC konzentrieren: den Kauf eines Motorrads. Vietnam ist unbestritten das Land der Motorräder, allein in Hanoi kommen auf 6 Millionen Einwohner unglaubliche 5,5 Millionen Zweiräder.

DCIM112GOPROG1592221. DCIM112GOPROG1592236.

In Saigon am Silvesterabend sah das beispielsweise dann so aus:

IMG_9620_1 (Large) IMG_9623_1 (Large)Welches Fortbewegungsmittel könnte also besser geeignet sein, um dieses Land zu erkunden und hautnah zu erleben?

Motorrad-Roadtrips in Vietnam sind längt kein Geheimtip mehr und der Kauf eines Motorrades ist daher verhältnismäßig einfach. Die meisten Reisenden nehmen das Land von Norden her in Angriff und enden ihre Tour in Saigon, wir wollen es genau andersherum machen. Zahlreiche Angebote finden sich im Internet auf Craigslist oder Travelswop – wenn die Touris schon innerhalb der nächsten 1-2 Tage ihren Heimflug antreten müssen, lassen sich hier echte Schnäppchen machen. Aber allein schon bei einem Spaziergang durchs Backpackerviertel Saigons werden einem viele Maschinen angeboten.

Das mit Abstand beliebteste Modell für den Motorradtrip ist die Honda Win. Für den durchschnittlichen Kaufpreis von 250-300$ bekommt man diese tausendfach geflickten und unzuverlässigen, alten Kisten. Einheimische kaufen diese Mopeds schon lange nicht mehr, sondern fahren stattdessen Automatik- und Semi-Automatik „Plastikbomber“. Zu einem anständigen Vietnam-Roadtrip gehört eine Honda Win aber irgendwie einfach dazu, und so schauen wir uns zunächst auch nach einer dieser Maschinen um.

IMG_9650_1 (Large)Doch schon bei der ersten Probefahrt offenbart sich ein elementares Problem. Sobald Christo mit seinen unverschämt langen Haxen weit genug nach hinten rutscht, um noch mit der Ferse schalten zu können, bleibt schlicht und ergreifend kein Platz mehr für mich übrig!

Also muss eine Alternative her: Plastikbomber wollen wir keinen, aber bei Jon, einem britischen Expat, der Motorräder repariert und verkauft, werden wir fündig: bei ihm in der Werkstatt steht eine Suzuki GN125, insgesamt eine etwas größere Maschine. Schon nach der ersten Probefahrt haben wir ein breites Grinsen im Gesicht, und sind und sicher: die soll es werden!

IMG_9652_1 (Large)Jon nimmt sich nochmal einen Tag Zeit, um einige Teile am Motorrad auf Vordermann zu bringen- unter anderem braucht das Teil einen neuen Auspuff, einen neuen Hinterreifen, ein paar neue Motorteile, sowie neue Blinker und einen Tankdeckel.

Der Kaufpreis der Suzuki ist mit 700$ deutlich höher als was wir geplant hatten. Allerdings bekommen wir von Jon die Option angeboten, dass er nach Ende unseres Trips die Maschine für 540$ wieder zurückkauft – somit hätten wir dann maximal 80$ pro Person investiert.

Somit ist es entschieden, das soll unser Gefährt für die 2000km nach Hanoi werden!!

DCIM100GOPROG0012258.Parkplatzsuche…

In Vietnam besteht übrigens Helmpflicht… was hier allerdings so als Helm gilt, ist durchaus fragwürdig 😀

IMG_9675_1 (Large)IMG_9674_1 (Large)Ja, auch das ist ein Helm!

Wir konnten dann aber doch noch halbwegs vernünftige Helme auftreiben 😉

Hier noch ein paar weitere Impressionen aus Saigon:

IMG_9613_1 (Large) IMG_9646_1 (Large) IMG_9649_1 (Large) IMG_9655_1 (Large) IMG_9659_1 (Large) IMG_9667_1 (Large) IMG_9668_1 (Large) IMG_9671_1 (Large) IMG_9673_1 (Large) IMG_9680_1 (Large) IMG_9682_1 (Large) IMG_9695_1 (Large)Das Kriegsmuseum in Saigon führt einem in vielen grausamen Bildern die Schrecken des Vietnamkrieges vor Augen. Besonders die unbeschreiblichen Bilder der Opfer von Agent Orange und anderer chemischer Waffen, die von den Amerikanern großflächig eingesetzt wurden, gehen an die Nieren. Bis heute werden durch die Langzeitfolgen Kinder mit unvorstellbaren Missbildungen geboren.

Nach den kulinarisch eher enttäuschenden Wochen auf den Philippinen freuten wir uns unendlich auf das vietnamesische Essen.

Und es gab da ja auch noch eine Spende auszugeben! :) Chrissy und Manu haben uns ein leckeres Silvester-Essen spendiert! Da wir zum Barbecue an Silvester jedoch eingeladen wurden, gab es das leckere Essen eben im neuen Jahr :) Und da Vietnam so günstig ist, reichte das Geschenk sogar für zwei Abende im leckeren Five Oysters Restaurant!

IMG_9676_1 (Large)Banh Xeo, knusprige vietnamesische Pancakes mit einer leckeren Füllung aus Shrimps, Schweinefleisch und Sprossen

IMG_9678_1 (Large) IMG_9679_1 (Large)Mekong Catfish

IMG_9699_1 (Large)Vietnamesische Frühlingsrollen, die gesündere, unfrittierte Variante

IMG_9701_1 (Large)Mit Schweinefleisch gefüllter Tofu mit einer Tomaten-Knoblauch Sauce

DANKE Manu und Chrissy!!!!


Kommentare

Good morning Vietnam – Saigon — 2 Kommentare

    • Wir dachten, das Datum auf dem Letter stimmt ja – des basst scho, wie der Bayer sagt :) Naja, wieder was gelernt! :) Frostige Grüße aus Kathmandu!

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