Nachdem wir uns ein paar Tage in Ulan Bator erholt und auch kulinarisch wieder aufgepäppelt hatten, starteten wir in Richtung Süden der Mongolei, in die Wüste Gobi. Unser Ziel hiess Dalanzadgad, erreichbar in guten 12 Stunden mit dem Bus.

Das sind die Tage auf Reisen, die man lieber streichen würde. Den ganzen Tag sitzt man im engen und heissen Bus, während Staubwolken durch die Dachfenster hereinwehen. Nach einigen Stunden stinkt der Bus nach verschütteter Yakmilch, kaltem Hammelfleisch und Babykotze. Und der Rastplatz scheint aus einem schlechten Horrorfilm zu stammen:

IMG_3600 (Large)IMG_3583 (Large)Ein Blick in die Küche:

IMG_3586 (Large)IMG_3592 (Large)Der Gestank in der Hitze ist unbeschreiblich…

Was Toiletten angeht, sind wir ja wirklich nicht mehr pingelig. Doch wenn das Loch zwischen den morschen Brettern breit genug ist, um hindurchzufallen und man  zwei Meter unter sich eine knietiefe Masse erahnt, in der sich Tausende von Würmern winden, dann kann man sich nur noch ausmalen, was Stephen King aus dieser Szene gemacht hätte…

Aber gut, ohne Fleiß kein Preis, und die schönsten und entlegensten (und einsamsten) Orte der Welt muss man sich eben manchmal verdienen.

Wir waren immer noch zu viert unterwegs. Da wir noch unser Visum für China abholten mussten, waren Zane und Joe schon einen Tag vor uns nach Dalanzadgag angereist und hatten auch schon den besten und günstigsten Fahrer für uns organisiert. Was für ein Service!

So konnten wir gleich am nächsten Morgen mit Dschinggis (ja wirklich) und seinem russischen Jeep in die Wüste Gobi starten. Dalanzadgad ist auch wahrlich kein Ort, der zum Verweilen einlädt. Beim Blick in die Supermarktregale und Restaurants merkt man erst so richtig, wie weit ab vom Schuss man eigentlich ist. Zu kaufen gibt es eigentlich nur Dosen, Gläser und Verschweißtes, sogar abgepacktes Brot ist enorm schwer aufzutreiben. In Restaurants gibt es meist nur 2-3 Gerichte, viele Läden sind schon komplett geschlossen. Wir haben uns das mongolische Jurten-Essen diesmal dennoch mit Thunfisch und Essiggurken „verfeinert“.

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Die Gobi ist eine Steppenwüste, und die sechstgrößte Wüste der Welt. Sie erstreckt sich insgesamt über eine Million Quadratkilometer (!), die durchschnittliche Höhe beträgt 1000m. In drei Tagen kann man daher logischerweise nur einen kleinen Teil der Wüste sehen.

Obwohl der Großteil der Gobi genau SO aussieht…

IMG_3782 (Large)(einsames Wüstenklo)

…waren wir dennoch erstaunt über die abwechslungsreichen Landschaften.

Yolun Am beispielsweise, einen relativ grünen Canyon, hätten wir so in der Wüste vermutlich nicht erwartet.

IMG_3609 (Large) IMG_3621 (Large) IMG_3624 (Large) IMG_3626 (Large) IMG_3628 (Large) IMG_3629 (Large)  Das nette Ehepaar im Partnerlook wollte unbedingt fotografiert werden

IMG_3632 (Large)Pikas (Pfeifhasen) flitzen zu Hunderten durch den Canyon

DCIM102GOPRO IMG_3656 (Large)IMG_3737 (Large)Unsere Bleibe für die erste Nacht, auf dem Boden des Gästegers einer Familie.

IMG_3668 (Large) IMG_3672 (Large) IMG_3706 (Large) IMG_3708 (Large) IMG_3709 (Large) IMG_3727 (Large) IMG_3731 (Large)Mit dem Motorrad wird abends die Kamelherde der Familie nach Hause getrieben…

IMG_3748 (Large) IMG_3751 (Large)Ein Riesen-Mond geht auf…

Früh morgens am nächsten Tag besuchen wir Bayanzag, die „Flaming Cliffs“

IMG_3753 (Large) IMG_3759 (Large) IMG_3760 (Large) IMG_3765 (Large)DCIM102GOPRO DCIM102GOPRODCIM102GOPROStunde um Stunde im Jeep…

IMG_3781 (Large)Wüstenbrunnen

Am Abend des zweiten Tages erreichten wir Khongoryn Els, die „Singenden Dünen“ der Gobi. Per Kamel und zu Fuß erkundeten wir diese Wahnsinns Landschaft…

IMG_3784 (Large) IMG_3790 (Large) IMG_3792 (Large) IMG_3801 (Large) IMG_3803 (Large) IMG_3804 (Large) IMG_3809 (Large) IMG_3811 (Large) IMG_3818 (Large) IMG_3822 (Large) IMG_3825 (Large) IMG_3845 (Large)DCIM102GOPRO DCIM102GOPRO DCIM102GOPRO DCIM102GOPRO IMG_3832 (Large) IMG_3847 (Large) IMG_3852 (Large) IMG_3862 (Large) IMG_3868 (Large) IMG_3874 (Large)DCIM102GOPRONachts bewunderten wir bis zur Genickstarre den spektakulären Sternenhimmel – inklusive Milchstrasse und Sternschnuppen.

Das große Naadam-Festival Mitte Juli hatten wir leider verpasst. Ein glücklicher Zufall wollte es so, dass genau an unserem letzten Tag in der Wüste Gobi ein „Mini-Naadam“ in der Nähe der Sanddünen abgehalten wurde. Naadam ist ein sportlicher Wettkampf in den drei mongolischen Nationalsportarten: Bogenschießen, Ringen und Pferderennen.

IMG_3911 (Large) IMG_3913 (Large) IMG_3918 (Large) IMG_3919 (Large) IMG_3930 (Large)IMG_3923 (Large) IMG_3934 (Large) IMG_3936 (Large)IMG_3938 (Large) IMG_3942 (Large) IMG_3956 (Large) IMG_3958 (Large) IMG_3963 (Large) IMG_3969 (Large)Geballter mongolischer Sex-Appeal

Am beeindruckensten war sicherlich das Pferderennen (Distanz 15km) – die kleinen Jungs reiten wie die absoluten Berserker, teils ohne Sattel und wie wild die Peitsche schwingend.

IMG_3999 (Large) IMG_4011 (Large) IMG_4020 (Large) IMG_4032 (Large)Rückkehr nach Dalanzadgad:

IMG_4049 (Large) IMG_4057 (Large) IMG_4062 (Large) IMG_4065 (Large)In einer weiteren 12stündigen Fahrt kehrten wir am Folgetag nach Ulan Bator zurück…

Mit Freude fanden wir bei unserer Rückkehr eine Unterkunfts-Spende vor – diese bescherte uns eine weiche und erholsame Nacht im Doppelzimmer des „Mongolia Vision Guesthouse“.

DCIM102GOPRODanke Ute und Bernd Sörger!!!!

Unsere Zeit in der Mongolei geht nun zu Ende und wir machen uns auf den Weg zum großen bösen Nachbarn im Osten – es geht nach China! Was für ein Kulturschock – vom am dünnsten besiedelten Land der Welt geht es in die wuselnde Metropole Peking. Am meisten freuen wir uns sicherlich auf das Essen in China, denn damit kann die Mongolei nun wirklich nicht punkten.

Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit in der Mongolei – es ist nicht ganz leicht, hier individuell zu reisen. Mit etwas Geduld und Initiative ist es bis zu einem gewissen Grad aber doch gut möglich, und im Vergleich zu den in Ulan Bator angeboteten Touren lässt sich so doch deutlich an Budget sparen. Ein Fahrzeug zu mieten ist leider nicht möglich – reist man jedoch mit seinem eigenen Auto ins Land ein und traut sich die mehr als schwierige Navigation auf den quasi nicht vorhandenen Straßen zu, stellen wir uns die Erfahrung (gerade den Besuch bei den Nomaden) nochmals einiges authentischer und spannender vor.


Kommentare

Golden Gobi — 6 Kommentare

    • Dankeschön!!! Ja, die Mongolei ist wirklich toll… aber im Moment freuen wir uns einfach nur über lecker Essen in China :) Liebe Grüße an euch drei!!!

  1. Hallo ihr zwei, die Wüstenfotos sind fantastisch und doch ganz anders wie in Libyen.
    Wahrsch. bekommt ihr einen Schock nach dieser Ruhe in der Mongolei, das rege Treiben in China. Essts auf alle Fälle mal genügend, man weiß ja nie was noch kommt! Diese rote sexy Höschen von den Ringern, das könnten wir den Burghauser Ringer auch einmal vorschlagen (hi,hi). Bis boid und dicke Umarmung, Waltraud

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