Pünktlich zum dreitägigen Wasserfest, dem sogenannten Bon Om Tuk Festival, treffen wir in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh ein. Geschätzte 2-3 Millionen  Kambodschaner strömen in diesen Tagen in die Stadt. 2010 war es bei diesem Fest zu einer verheerenden Massenpanik auf einer Brücke gekommen, bei der 330 Menschen starben, woraufhin das Fest in den folgenden Jahren abgesagt wurde. 2014 wurde nun zum ersten Mal wieder gefeiert – Grund des Festes ist das Ende der Regenzeit sowie die Umkehr der Strömungsrichtung des Tonle Sap Flusses.

Den Kern der Feierlichkeiten bilden Bootsrennen, bei denen Teams aus dem ganzen Land gegeneinander antreten. Insgesamt gehen ca. 250 Boote ins Rennen, die größten von ihnen mit 150 Ruderern.

IMG_7416_1 (Large) IMG_7421_1 (Large) IMG_7432_1 (Large) IMG_7448_1 (Large)Sehenswert ist vor allem aber auch der Trubel in den Straßen Phnom Penhs, geschätzt kommt auf jeden Zuschauer der Rennen mindestens ein Street Food-, Getränke- oder Spielzeugverkäufer. Zusätzlich gibt es rund um die Uhr Aufführungen, Konzerte und jeden Abend mindestens ein Feuerwerk. Auch Uli und Bine treffen wir hier wieder und wir lassen uns einige frisch gezapfte Angkor Draft für 0,50$ den Humpen schmecken! IMG_7456_1 (Large)  IMG_7468_1 (Large) IMG_7474_1 (Large) IMG_7480_1 (Large) IMG_7483_1 (Large) IMG_7563_1 (Large) IMG_7615_1 (Large) IMG_7621_1 (Large)

Moped-Parkplatz

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Abends am Königspalast von König Sihamoni

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In Phnom Penh und der Umgebung der Stadt setzten wir uns auch intensiv mit der grausamen Geschichte Kambodschas auseinander – der Schreckensherrschaft der Roten Khmer.

Das Regime der Roten Khmer unter Pol Pot wollte in den 70er Jahren Kambodscha zu einem uniformen und egalitären Staat machen. Auf dem Land wurden Kooperativen für den Reisanbau gegründet und die Menschen wurden über Nacht aus den Städten aufs Land vertrieben – innerhalb von nur 24 Stunden war Phnom Penh quasi entvölkert. All jene, die auch nur im entferntesten dem Feindbild des intellektuellen Stadtbewohners entsprachen, wurden getötet –  weiche Hände zu haben, eine Fremdsprache zu sprechen oder eine Brille zu tragen kam einem Todesurteil gleich. Dies galt automatisch immer für die ganze Familie, um niemanden zu hinterlassen, der später Rache üben konnte. Insgesamt gab es etwa 100 Vernichtungslager. Zusätzlich starben auf dem Land unzählige Kambodschaner an Entkräftung und Krankheiten. Die Opferzahlen werden insgesamt mit 1,4  bis 2 Millionen angegeben – was in etwa 25% der Gesamtbevölkerung Kambodschas entspricht.

Als erstes besuchten wir S-21, das Sicherheitsgefängnis 21, jetzt bekannt als Tuol-Sleng-Genozid-Museum. Was eigentlich ein Gymnasium war, wurde von der Roten Khmer zum Foltergefängnis umfunktioniert und Klassenräume wurden zu Gefängniszellen und Folterkammern.

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Der Besuch des Museums ist nichts für schwache Nerven, viele Bilder zeigen eindrucksvoll, welch unausprechliche Foltermethoden hier zum Einsatz kamen. Von den insgesamt ca. 20.000 Gefangenen im S-21 haben lediglich 7 überlebt. Zwei der Überlebenden sind auch vor Ort und man kann ihre Erinnerungen in Buchform kaufen.

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IMG_7646_1 (Large)Pol Pot

Hatte man von den (vermeintlichen) Regimefeinden unter Folter ein Geständnis erzwungen, wurden sie anschließend zu den sogenannten „Killing Fields“ außerhalb der Stadt gebracht und dort „entsorgt“.

Insgesamt gab es ca. 300 solcher Killing Fields in Kamboscha – Choeung Ek am Stadtrand von Phnom Penh steht als Gedenkstätte stellvertretend für sie alle.

Grüne Wiesen unter Bäumen – zunächst erscheint Choeung Ek ein ziemlich friedlicher Ort zu sein. Doch der Audioguide macht schnell deutlich, an welch grausamem Ort man sich hier befindet.

Die Menschen, die hier in LKWs verladen ankamen, waren Todgeweihte. Da Munition jedoch zu teuer war, wurden sie mit allem was verfügbar und billig war, getötet: Eisenstangen, Äxte, Werkzeuge und ähnliches. Kinder wurden gegen Bäume geschlagen, bis sie tot waren. Anschließend wurden die Toten in Massengräbern verscharrt. Diese sind noch heute deutlich als hügelige Erhebungen im Gras sichtbar. Besonders in der Regenzeit werden immer wieder Knochen, Zähne und Kleidungsreste aus dem Boden gewaschen und regelmäßig eingesammelt. Die Vorstellung lässt einen erschauern.

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