Tag 10: nach Phortse (3810m) und Tag 11: nach Machhermo (4470m)

Unser eigentlicher Plan war gewesen, von Gorakshep aus den Cho La Pass zu überqueren und so nach Gokyo zu kommen. Dieser ist jedoch seit Wochen unpassierbar, riesige Eis- und Schneemengen machen das Überqueren quasi unmöglich, auch die Gästehäuser entlang des Passes sind geschlossen.

Da wir den Trek trotzdem noch nicht abbrechen wollen (und auch nicht noch zwei Wochen auf die Schneeschmelze warten wollen), gehen wir eben stattdessen außenrum. Von Pheriche geht es zunächst einen Tag bis Phortse, quasi am Scheidepunkt der beiden Täler, von denen eines zum Everest Base Camp und das andere nach Gokyo führt.

IMG_1615_1 (Large) IMG_1619_1 (Large)IMG_1620_1 (Large) IMG_1635_1 (Large) Von dort nehmen wir am nächsten Tag das zweite Tal der Khumbu-Region in Angriff. Am Vormittag wartet mal wieder ein steiler, anstrengender Anstieg bis Dole auf 4200 Meter auf uns. Ein Riesen-Teller Dal Bhat und ein Tee in der Sonne stellen die Energie aber schnell wieder her und wir entschließen uns, noch am gleichen Tag bis Machhermo weiterzugehen. Wieder mal ein wunderschöner Weg, bei herrlichem Wetter…

DCIM100GOPROG0803740. IMG_1676_1 (Large)IMG_1645_1 (Large) DCIM100GOPROG0813745. DCIM100GOPROG0823755. DCIM100GOPROG0853773. IMG_1670_1 (Large) IMG_1674_1 (Large) IMG_1679_1 (Large) IMG_1684_1 (Large) IMG_1689_1 (Large) IMG_1691_1 (Large) IMG_1693_1 (Large)Einfach nur WOW

IMG_1699_1 (Large)Tag 12: nach Gokyo (4760m)

Der Weg nach Gokyo ist ein sehr schmaler: während uns zu Beginndes Tages noch tiefer Schlamm an der Bergflanke zu schaffen macht, wird dieser mehr und mehr von Schnee abgelöst. Weicht der Schritt nur 10cm vom festgetretenen Pfad ab, sinkt man schon mal is über die Knie in den tiefen Schnee ein.

DCIM100GOPROG0873786. DCIM100GOPROG0923821. IMG_1704_1 (Large) IMG_1709_1 (Large) IMG_1715_1 (Large) IMG_1732_1 (Large) IMG_1737_1 (Large) IMG_1741_1 (Large)Inmitten der unberührten Schneelandschaft kommt der erste Gokyo-See in Sicht. Die insgesamt 6 Seen bilden zusammen das höchstgelegene Frischwasser-Seesystem und werden von Hindus und Buddhisten gleichermaßen als heilig verehrt, da in ihnen der Schlangengott „Nag Devata“ wohnt. Weder die in den Seen lebenden Fische noch Enten werden daher verzehrt. Ein Blick auf deren türkisfarbenes Wasser bleibt uns jedoch leider verwehrt, ein kleiner Teil des ersten Sees ist noch zu sehen, die anderen sind komplett unter einer dicken Eis- und Schneeschicht versteckt. Die Schönheit dieser Gegend ist trotzdem kaum zu fassen…

IMG_1747_1 (Large) IMG_1751_1 (Large) IMG_1766_1 (Large) IMG_1769_1 (Large) IMG_1771_1 (Large) IMG_1774_1 (Large) IMG_1777_1 (Large) IMG_1795_1 (Large) IMG_1749_1 (Large) IMG_1750_1 (Large)Wir biegen ein letztes Mal um die Kurve und vor uns liegt auf 4800 Metern Gokyo. Ein Ort, dermassen am Ende der Welt, mitten im Nirgendwo, dass man sich kaum vorstellen kann, wie hier Steinhäuser errichtet wurden und Menschen sich eine Existenz aufgebaut haben. Lustigerweise finden wir hier die Lodge mit dem bislang besten Essen des Trekt: der Koch in der Namaste Lodge zaubert sogar Lasagne und Kartoffelkroketten auf den Tisch.

IMG_1931_1 (Large)IMG_1910_1 (Large)Tag 13: Gokyo Ri und zurück bis Phortse Tanga

Der folgende Beitrag stammt ausnahmsweise mal von Christo, denn ich habe nach meinen Erfahrungen am Kala Patthar die nachfolgend beschriebenen Stunden im Bett verbracht :)

Schlag 2.20 Uhr klingelt der Wecker. Der Daypack mit der Fotoausrüstung, Wasser, Snacks usw. ist bereits gepackt und die Trekkingklamotten am Körper. Noch schnell den im Diningroom schlafenden Guide aufgeweckt und los gehts mit Stirnlampen aus der Lodge über einen Fluß bis zum Fuß des Gokyo Ri. Circa 750 Höhenmeter hinauf auf 5550 Metern sind an diesem steil aufsteigenden Berg zu überwinden.

Bei stockfinsterer Nacht findet unser Guide die Haupttrails leider nicht und so leuchten wir immer wieder gemeinsam die vor uns liegenden Meter aus, um den besten Weg nach oben über Eis-, Schnee- und Geröllfelder zu finden.

Bei der extremen Kälte (ca. – 30 Grad) sind unsere Pausen maximal 1-2 Minuten lang. Dadurch erreichen wir den Gipfel bereits nach knapp 2 Stunden – und wir haben ihn ganz für uns alleine. Die nächsten Gipfelstürmer sind jetzt erst gestartet, wie man an den Lichtkegeln der Stirnlampen unten im Tal erkennen kann. Aber es ist jetzt erst 4.30 Uhr und der Sonnenaufgang, für den wir hier sind, wird erst zwei Stunden später zu sehen sein. Genügend Zeit also, um sich warm zu halten, den Gipfel ausgiebig zu erkunden und auf die ersten Lichtstrahlen zu warten.

IMG_1805_1 (Large)IMG_1803_1 (Large)Offensichtlich nicht sein liebster Arbeitstag :)

Dann geht es plötzlich richtig schnell – die Sonne geht auf und erleuchtet zuerst die Bergspitzen, danach das ganze Gokyo Tal.

DCIM101GOPROG0954264. DCIM101GOPROG0954594. IMG_1816_1 (Large) IMG_1820_1 (Large) IMG_1833_1 (Large) IMG_1844_1 (Large) IMG_1846_1 (Large)Rot rauchender Mount Everest

DCIM102GOPROG0965438. IMG_1852_1 (Large)Cho Oyu, der sechstgrößte Berg der Erde mit 8188m

IMG_1855_1 (Large) IMG_1878_1 (Large) IMG_1882_1 (Large) IMG_1884_1 (Large) IMG_1885_1 (Large) IMG_1887_1 (Large) IMG_1902_1 (Large) IMG_1907_1 (Large)Noch bevor weitere Bergsteiger den Gipfel erklimmen machen wir uns wieder an den Abstieg – nach 3 Stunden am Gipfel haben wir uns das Frühstück wirklich verdient!

Doch der Tag ist damit noch nicht zu Ende – gleich nach dem Frühstück machen wir uns an den langen Abstieg und legen noch die beachtliche Strecke nach Phortse Tanga zurück. Noch einmal durchqueren wir die wunderschöne Strecke im Gokyo Tal – es wird einfach nicht langweilig.

IMG_1918_1 (Large)Rettungshubschrauber über Gokyo – wir sahen ihn täglich mehrmals fliegen, um an der Höhenkrankheit erkrankte Touris auszufliegen

IMG_1924_1 (Large) IMG_1927_1 (Large) IMG_1933_1 (Large) IMG_1934_1 (Large) IMG_1936_1 (Large) IMG_1939_1 (Large) IMG_1947_1 (Large) IMG_1958_1 (Large) IMG_1966_1 (Large) IMG_1968_1 (Large) IMG_1973_1 (Large) IMG_1983_1 (Large)Tag 14: nach Phakding (2610m)

Auch den Rest des Rückwegs legen wir im Eiltempo zurück. Wir können nicht verhehlen, dass wir uns auf unsere Rückkehr in die Zivilisation freuen. Zudem haben wir dieselbe Strecke ja bereits gesehen und bergab geht es sich bekanntlich ja auch deutlich leichter.

Von Phortse Tanga aus laufen wir einen Tag nach Phakding, wo wir vor zwei Wochen unsere allererste Nacht auf dem Trek verbrachten – ein seltsames Gefühl. Natürlich statten wir auch der Bakery in Namche Bazaar zur Mittagspause nochmal einen Besuch mit Schwarzbrot und Kuchen ab. Selten hat ein Stück Kuchen so gut geschmeckt.

Wir sind erstaunt, wie sehr sich Namche Bazaar verglichen mit unserem ersten Besuch vor zwei Wochen verändert hat. Wo damals noch Schnee und Eis lag und so gut wie alle Läden geschlossen hatten, herrscht jetzt rege Betriebsamkeit und im warmen Sonnenschein werden alle Läden auf Vordermann gebracht. Die Hauptsaison beginnt – ganze Karawanen von beladenen Eseln und Portern sowie zahlreiche Reisegruppen kommen uns entgegen.

Trotz des kälteren Wetters sind wie irgendwie froh, dass wir den Trek in der eigentlichen Off-Season gemacht haben und die Berge und Wanderwege noch nicht mit so vielen Menschen teilen mussten.

Wir buchen uns für den nächsten Tag für den Rückflug aus Lukla um 9.30 Uhr ein. So können wir noch einen Tag sparen – wir laufen einfach bereits um 6 Uhr in Phakding los und sind so pünktlich in Lukla.

IMG_2019_1 (Large) IMG_2033_1 (Large) IMG_2061_1 (Large) IMG_2118_1 (Large) IMG_2139_1 (Large) IMG_2140_1 (Large)Finished!!!

IMG_2152_1 (Large)Unser Flieger fliegt ein und hebt 15 Minuten später mit uns an Bord wieder ab Richtung Kathmandu

IMG_2170_1 (Large) IMG_2197_1 (Large)Aus dem Fenster des Flugzeugs geniessen wir diese letzten spektakulären Blicke aufs Himalaya. Wir sind etwas wehmütig, diese unglaubliche Gegend verlassen zu müssen, andererseits haben wir uns wahrscheinlich in unserem ganzen Leben noch nie so sehr auf eine lange, heisse Dusche gefreut. Der Everest Basecamp Trek ist ohne jeden Zweifel eines der ganz ganz großen Highlights unserer Reise und wird uns auf immer in Erinnerung bleiben.

IMG_2215_1 (Large)Route

 


Kommentare

Durch Schnee und Eis nach Gokyo — 7 Kommentare

      • Wow das ging aber schnell mit der Antwort
        ihr seit wohl in Kathmandu und habt Wlan und heisse Dusch 😉 ?
        Und als nächstes Annapurna?
        Ende März sind wir auch in Namche B.
        *freu*

        • Genauso – wir geniessen das Luxusleben in Kathmandu 😉 Aber morgen verabschieden wir uns leider von Nepal – Annapurna muss also warten :) Viel Spaß schon mal in Nepal und schöne Vorfreude!!

          • Na dann alles Gute,
            macht weiter so.
            Eure Meinung und Einschätzung würde ich gerne aber öfters lesen oder wollt ihr mehr wertungsfrei berichten?
            VG
            Ich werde euch folgen :-)

  1. Wow, der Bericht weckt in mir unglaubliche Vorfreude und ich hoffe, dass ich ebenso gut wie Ihr die Berge hochgeklettert komme.
    Unglaublich schöne Bilder die Ihr gemacht habt.
    Viel Erfolg auf der weiteren Reise.
    Gruß
    Kai

    • Hallo Kai! Danke für deinen lieben Kommentar! Hoffen du hast mittlerweile den Everest (oder zumindest sein Basecamp :) ) ebenfalls erfolgreich und glücklich bezwungen! :) Liebe Grüße

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