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Wir sind wieder mit dem Zug unterwegs, und diesmal laaaaange. Zunächst geht es zurück nach Delhi, jedoch nur zum Umsteigen, denn wir „düsen“ direkt weiter Richtung Agra.

Wir finden Zug fahren in Indien toll. Bei all dem Chaos in diesem Land ist das Zugsystem erstaunlich durchdacht, wenn man es erstmal verstanden hat. An der Außenseite des Zuges werden sogar mit Tesa fein säuberlich mit Schreibmaschine getippte Passagierlisten aufgeklebt – zwischen Hunderten indischer Namen stehen dort dann tatsächlich unsere Namen und unsere Abteil- und Platznummern. Die meisten Züge sind außerdem für Langstrecken relativ bequem, zumindest in der „sleeper class“. Insgesamt gibt es 7 verschiedene Klassen (Liege oder Sitzplatz, Klimaanlage oder nicht, größere vs. kleinere Abteile etc.), wobei es aber auch nicht in jedem Zug jede Klasse gibt. Meist haben wir einfach genommen, was frei war und lediglich darauf geachtet, dass es sich bei längeren Fahrten, v.a. über Nacht,  um ein Schlafabteil handelte.

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Auf der Webseite von Indian Railways ist das Buchen von Zugtickets eigentlich problemlos und übersichtlich machbar, zum Zeitpunkt unserer Reise war es jedoch leider nicht möglich, Tickets zu reservieren, wenn man keine indische Handynummer angeben konnte. Wir haben daher unsere Tickets über unser Hostel oder eines der zahlreichen Reisebüros gebucht – den Aufpreis von 1-2€ konnten wir auch verschmerzen.

Noch eine Warnung aus der Kategorie „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“: Jede größere Stadt hat meist mehrere Bahnhöfe. Als unwissender Reisender hat man natürlich in der Regel keine Ahnung welcher davon der zentrale ist, und meist steigt man einfach dort aus, wo die Mehrheit der anderen Passagiere ihre Sachen packt. Findige Rikscha-Fahrer haben sich das zunutze gemacht: sie springen bereits am Stadtrand als Schaffner getarnt in den Zug und lassen einen wissen, dass dies der „final stop“ in Agra sei. Logische Konsequenz: man steigt aus, merkt dann, dass man am Stadtrand steht, und um ins Zentrum zu kommen, braucht man was – eine Rikscha natürlich! Gott sei Dank haben wir uns nochmal bei anderen Reisenden rückversichert und sind nicht ausgestiegen.

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Nächster Tag, anderes Rikscha-Erlebnis: dieser Fahrer ist nach einigen Minuten mit unserem akkumulierten Gewicht sichtlich überfordert, aber man hilft ja gerne mal aus. So setzt sich der Fahrer kurzerhand zu mir nach hinten und Christo strampelt uns weiter auf dem klapprigen Teil ohne Gangschaltung durch die Stadt. Das schafft neuen Respekt für indische Rikschafahrer, während der entlastete Inder grinst wie ein Honigkuchenpferd und seinen applaudierenden Rikscha-Kollegen beim Vorbeifahren fröhlich zuwinkt.

Wir sind natürlich nach Agra gekommen, um das Taj Mahal zu sehen, Indiens Tourismusmagnet Nummer eins und eines der sieben neuen Weltwunder.

Das Taj Mahal ist ein 58 Meter hohes und 56 Meter breites Mausoleum, das Shah Jahan im Jahre 1631 in Gedenken an seine geliebte verstorbene Frau Mumtaz Mahal bauen ließ.

Am Taj Mahal beobachten wir das gleiche Phänomen wie damals am Machu Picchu in Peru. Während man im Rest des Landes nicht allzu viele Touristen trifft, sind hier plötzlich wieder wahre Scharen an Reisegruppen anzutreffen. Während Agra eine laute, chaotische und dreckige, also typische indische Stadt ist, werden 200 Meter um das Taj Mahal herum plötzlich die Straßen gesperrt und alles blitzeblank gefegt, vielleicht um die vielen Reisebus-Tagesbesucher nicht zu sehr zu verschrecken.

Pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir am Taj Mahal und bewundern das wirklich imposante Bauwerk. Der weiße Marmor leuchtet golden in der aufgehenden Sonne und scheint auch im Verlauf des Tages immer wieder seine Farbe zu ändern. Dank der großzügigen Anlage verteilt sich auch die Menge an Besuchern ganz gut. Fast den ganzen Tag verbringen wir hier – entsprechend viele Fotos folgen nun:

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