Von Puerto Princesa bringt uns Cebu Pacific Airlines für nur 60€ nach Cebu, ins Herz der Visayas. Cebu ist in etwa genauso einladend wie Manila, deswegen nehmen wir möglichst schnell die Fähre nach Bohol. Eine Nacht verbringen wir im Hafenstädtchen Tagbilaran. Der Plan ist, hier ein Moped zu leihen und damit das Inselinnere zu erkunden.

Beim Abendessen kommen wir auf unsere Tuk Tuk Tour in Kambodscha zu sprechen, und dass es doch eigentlich witzig wäre, so etwas nochmal zu machen. Das philippinische Pendant zum Tuk Tuk ist das Tricycle, quasi ein Motorrad mit Beiwagen.

„Lass uns doch auf dem Heimweg einfach mal ein paar Tricycle-Fahrer fragen, kann ja nicht schaden.“, denken wir uns. Erwartungsgemäß ernten wir vom ersten Fahrer zunächst einen verdutzten Gesichtsausdruck, er kratzt sich am Kopf und versteht nicht ganz, dass wir nicht ihn UND sein Tricycle für eine Inseltour buchen möchten, sondern NUR sein Gefährt. Vermutlich sind wir so ziemlich die ersten mit dieser Idee. Das Argument „I drive, you stay in bed and sleep.“ ist jedoch sehr überzeugend und schnell ist der Deal klargemacht. Das ging ja einfach – gerade mal zwei Tricycle Fahrer haben wir angesprochen und beide hätten uns bereitwillig ihren fahrbaren Untersatz überlassen!

Pünktlich am nächsten Morgen steht Dino mit seinem Tricycle vor der Tür, und nachdem wir unseren Reisepass als Pfand hinterlassen haben, kann es auch schon losgehen!

DCIM100GOPROG0020167.Ziemlich schnell stellen wir fest, was wir uns da für ein Gefährt angelacht haben. Tachometer, Tankanzeige, Hupe – Fehlanzeige. Damit der Kickstarter funktioniert sind jedes Mal mindestens 5 Anläufe nötig. Und auch die Vorderbremse hat schon mal bessere Zeiten erlebt. Von Blech- und Lackschäden und Rostlöchern fangen wir besser mal gar nicht an. Umso besser, denken wir uns, dann können wir wenigstens nichts mehr kaputt machen.

Nach den ersten Startschwierigkeiten fühlen wir uns aber sofort wieder pudelwohl – endlich wieder auf eigene Faust unterwegs, dort langfahren und dort stehenbleiben wo es uns gefällt. Kleine Dörfer erkunden, in denen wir die einzigen Touristen sind und uns die Bewohner freundlich grüßen und die Kinder hinterherwinken und das Tricycle die Leute neugierig macht und so viele kleine, aber schöne Begegnungen und Gespräche ermöglicht. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten Bohols – das Tarsier Sanctuary und die Chocolate Hills – laufen in den nächsten beiden Tagen eher nebenhei, das Erlebnis für uns ist der Roadtrip selber.

DCIM100GOPROG0030174. IMG_8807_1 (Large)Kein Tricycle ist komplett ohne Bibelverse IMG_8813_1 (Large) IMG_8817_1 (Large) IMG_8842_1 (Large) IMG_8860_1 (Large)IMG_8808_1 (Large)Neben Tricycles beherrschen buntbemalte Jeepneys das Straßenbild auf den Philippinen

IMG_8843_1 (Large) IMG_8864_1 (Large) IMG_8870_1 (Large) IMG_8879_1 (Large) IMG_8897_1 (Large)Die netten Jungs von der Tankstelle

Im Tarsier Sanctuary kann man die kleinsten Primaten der Welt aus der Nähe betrachten – sie sind gerade mal so groß wie eine Faust. Trotzdem können sie bis zu 5 Meter weit springen. Weiteres unnützes Wissen zum Tarsier: im Verhältnis zur Körpergröße sind ihre Augen 150mal größer als unsere und sie können ihren Kopf um fast 360 Grad drehen.

IMG_8797_1 (Large)

DCIM100GOPROG0030189. IMG_8884_1 (Large) IMG_8889_1 (Large) IMG_8901_1 (Large)Einmal Instant-Nudeln anbraten und Maggi drüber, 30 Cent bitte! Irgendwie war das das einzige offene Restaurant im Dorf…

Ziel des ersten Tages ist der Strandort Anda an der Ostküste Bohols, wo wir den Tag mit faulenzen am Strand, schnorcheln am Hausriff und einer Flasche Tanduay Rum ausklingen lassen.

DCIM100GOPROG0090276. DCIM100GOPROG0140336. DCIM100GOPROG0160350. DCIM100GOPROG0170386. DCIM100GOPROG0200472. DCIM100GOPROG0210493.Am nächsten Morgen entscheiden wir uns dafür, anstatt den direkten Weg zurück nach Tagbilaran zu nehmen, noch eine Runde durch den Rest der kleinen Halbinsel zu drehen, auf der Anda liegt. Langsam aber sicher werden die Dörfer immer kleiner, die Abstände zwischen den Dörfern immer größer, die Straßen immer schlechter… irgendwann geht es dann auch noch bergauf.

DCIM100GOPROG0320647.DCIM100GOPROG0330653.Wir werden langsam etwas skeptisch, ob unsere altersschwache Gurke hier noch weiterkommt. Steigungen und Geröll sind irgendwann zu viel, immer wieder säuft der ohnehin unzuverlässige Motor ab und wir bleiben mitten am Hang stecken. Und dann stellen wir auch noch fest, dass wir mehr oder weniger auf einem platten Vorderreifen unterwegs sind. Wir schaffen es zurück ins letzte Dorf und zu einer Werkstatt. Hier finden wir die Antwort auf die Frage „Wieviele philippinische Mechaniker braucht man, um einen Reifen aufzupumpen, wenn jeder von ihnen ca. 3 Promille hat?“ Antwort: 3. Die Comedy-reife Darbietung fand übrigens noch vormittags statt :)

IMG_8957_1 (Large) IMG_8959_1 (Large) DCIM100GOPROG0030204.Es kann weitergehen :)

DCIM100GOPROG0040213.Unsere Taxi-Dienste werden oft und gern in Anspruch genommen

DCIM100GOPROG0060251.Der tapfere Tricycle-Fahrer – mit strapazierten Nerven und vom Kickstarter zerschrammten Knöcheln IMG_8829_1 (Large) IMG_8895_1 (Large) IMG_8916_1 (Large) IMG_8923_1 (Large) IMG_8932_1 (Large) IMG_8913_1 (Large)Snackpause beim Bäcker

IMG_8907_1 (Large) IMG_8975_1 (Large) IMG_8966_1 (Large) DCIM100GOPROG0360669.„Lechon Manok“ ist äußerst beliebt bei Filipinos und auch bei uns – ein halbes Grillhendl war schließlich noch nie verkehrt

Letzter Stop auf unserer Tour sind die „Chocolate Hills“ im Inneren Bohols, die lustig geformten Hügel färben sich in der Trockenzeit komplett braun, daher der Name.IMG_8987_1 (Large) IMG_8983_1 (Large)Müde und happy kommen wir abends wieder in Tagbilaran an. Wir sind begeistert – aus einem nur halb ernst gemeinten Geistesblitz beim Abendessen wurde ein Wahnsinns Roadtrip!


Kommentare

Crazy Roadtrip – mit dem Tricycle durch Bohol — 2 Kommentare

  1. Ich dachte schon, die Chocolate Hills kommen gar nicht, aber dann – am Schluss – waren sie doch noch da! :-) Danke für die Erklärung, das konnte mir damals keiner sagen. Ich war wohl auch zu falschen Zeit da, denn bei mir waren sie auch grün.
    Bei Cebu bin ich übrigens nicht einverstanden. Das ist viel gemütlicher als Manila. Und dann gibt es da das Fort und Kirchen, die schön anzuschauen sind, etc.
    Beste Reisegrüsse an Euch!

    • Das ist echt immer wieder interessant, wie jeder Orte so unterschiedlich wahrnimmt. Wir waren insgesamt drei mal in Cebu, sind aber nicht wirklich warm geworden mit der Stadt. Und in Manila fandens wir irgendwie gleich gemütlich :)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>