Nach unserer letzten Transsib-Etappe kamen wir morgens um halb 6 in Irkutsk an, das etwa 70km vom See selbst entfernt liegt. Am Abend zuvor hatten wir im Bordrestaurant des Zuges noch eine sehr lustige Gruppe Deutscher kennengelernt – letzten Endes mussten sie uns sogar noch mit 80 Rubel vor der Zechprellerei bewahren, vielen Dank nochmal an dieser Stelle :)

Völlig übermüdet suchten wir erstmal unser Hostel, hätten dort aber natürlich noch bis Mitags bis zum Check-In warten müssen. Nach einigen Tassen Kaffee und Tee in einem benachbarten Imbiss entschieden wir dann, gleich zum See zu fahren, was lediglich noch eine weitere Stunde Fahrt bedeutete. Irgendwie zog es uns langsam dann doch raus aus den Städten, hinein in die Natur.

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Der Baikalsee – der See der Seen, ein Gewässer, bei dem sich Wikipedia vor Superlativen fast überschlägt: er ist sowohl der älteste (25 Millionen Jahre) als auch der tiefste (1642 Meter) See der Welt. Mit seiner Länge von über 600km enthält er insgesamt etwa ein Fünftel der Süßwasservorräte unseres Planeten, soviel wie die fünf großen amerikanischen Seen zusammen.

Die ersten beiden Tage verbrachten wir also in Listvyanka, dem touristisch am besten erschlossenen Ort des Baikals, von den Einheimischen auch sehr optimistisch als „Nizza Sibiriens“ bezeichnet.

Nun, zur Hochsaison, kann es an den relativ kleinen Kiesstränden des kleinen Dorfes durchaus mal etwas voller werden (für sibirische Verhältnisse). Russische Familien verbringen hier ihren Sommerurlaub, mit Schaschlik, Bier, Jetski fahren und allem was dazu gehört. Prompt trafen wir beim ersten Flanieren durch Listvyanka auch unsere Deutschen vom Vorabend wieder :)

IMG_1972 (Large) IMG_2018 (Large) IMG_2091 (Large)IMG_2007 (Large) DCIM101GOPRO DCIM101GOPROIMG_2012 (Large)Angry Birds live :)

IMG_1987 (Large)Geräucherter Omul, ein Fisch, den es nur im Baikal gibt

IMG_2090 (Large)„Schau mal, der Hund sieht ja aus wie ein… Moment…“

IMG_2092 (Large)Die schönste Datscha am Ort

Mit über 2000km Uferlänge besteht nun allerdings wirklich kein Grund, sich gegenseitig auf die Füße zu treten. So wanderten wir einfach außerhalb des Dorfes das Seeufer entlang. Eine besonders schöne Wanderung kann man von Port Baikal aus (nur eine kurze Fährfahrt entfernt) entlang der Schienen der Circumbaikal Railway machen. Hier hat man absolute Ruhe und trifft auf einige wunderschöne, kleine Dörfer.

DCIM101GOPROFrühstück am See

IMG_1975 (Large) IMG_1977 (Large) IMG_1982 (Large) IMG_1993 (Large) IMG_2024 (Large) IMG_2026 (Large) IMG_2028 (Large) IMG_2031 (Large) IMG_2033 (Large) IMG_2047 (Large)Der Baikalsee hat das sauberste und klarste Wasser aller Seen unserer Erde, das man bedenkenlos trinken kann. Das liegt sicherlich an der Kälte des Sees, auch im Sommer liegt die Wassertemperatur im Schnitt bei unter 10 Grad. So einladend der See auch zum Schwimmen aussieht – lange hält man es wirklich nicht aus.

IMG_2145 (Large)Bei unserer Wanderung hatten wir eine nette Badebucht gefunden. Plötzlich legt ein Boot dort an – die deutsche Gruppe :) Sibirien ist eben doch kleiner als man denkt! Prompt wurden wir zum Mittagessen eingeladen, es gab leckere Fischsuppe und gegrillten Omul.

IMG_2048 (Large) IMG_2051 (Large) IMG_2054 (Large)Mitten im Nirgendwo etwas abseits vom Seeufer hatten sie außerdem einen Maler aufgetan. Einige aus der Gruppe sprachen perfekt Russisch – so ist natürlich ein ganz anderer Zugang zu den Einheimischen möglich. Selbst hätten wir die einsame Hütte sicherlich nie gefunden, geschweige denn uns mit dem alten Herren unterhalten können. So jedoch wurden wir in seine Galerie und sogar in sein Atelier eingeladen, ein wirklich toller Einblick in ein sehr außergewöhnliches Leben.

IMG_2062 (Large) IMG_2063 (Large) IMG_2069 (Large) IMG_2077 (Large) IMG_2078 (Large) IMG_2079 (Large)Und als wäre das alles noch nicht genug, wurden wir dann auch noch auf das Boot der Truppe eingeladen und stießen mit Vodka bei vielen interessanten Gesprächen auf diesen gelungenen Tag an. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für so viel Gastfreundschaft!!

Anschließend zog es uns nach Olchon, die größte Insel im Baikalsee. Die Anreise ist eher beschwerlich – insgesamt verbrachten wir ca. 7 Stunden in einem Kleinbus auf mehr als holprigen Schotterpisten zuzüglich dreistündiger Wartezeit auf einen Platz auf der Autofähre.

Raststätten-Klo:

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Wie die meisten anderen Reisenden kamen wir in Nikita’s Homestead unter, unsere allererste Spende finanzierte uns hier zwei Betten in einem Viererzimmer! Ein großes Dankeschön an Josef Burghard!

IMG_3003 (Large)Am ersten Abend hier trafen wir Beat aus der Schweiz. Von den letzten 20 Jahren hat Beat insgesamt 10 auf seinem Fahrrad verbracht, auf dem er kreuz und quer die Welt beradelt. So verging der Abend bei einigen Dosen Baltika-Bier und vielen inspirierenden und spannenden Geschichten von seinen Fahrradreisen.

DCIM101GOPROWer Beats Reisen verfolgen möchte, kann dies auf www.betzgi.ch tun!

IMG_2105 (Large) IMG_2107 (Large) IMG_2114 (Large) IMG_2121 (Large) IMG_2137 (Large)Wir entschieden uns, die Insel am nächsten Tag auf eigene Faust per Mountainbike zu erkunden. Obwohl das Fahren auf den Buckelpisten mehr als mühsam ist, genossen wir es doch sehr, alleine unterwegs zu sein und spontan dort zu halten, wo es uns gefällt.

DCIM102GOPRO DCIM102GOPRO DCIM102GOPRO IMG_2104 (Large) IMG_2999 (Large)Die Natur der Insel ist wirklich toll – neben Wäldern dominieren hier vor allem die weiten steppenartigen Grasfelder, so dass man sich schon fast wie in der Mongolei fühlt.

Leider kommt man mit dem Mountainbike dann eben doch nicht ganz so weit, die Insel ist immerhin 70km lang. So buchten wir für den folgenden Tag noch eine der zahlreich angebotenen Touren, bei denen man in alten UAZ-Bussen bis ans Nordkap der Insel kommt.

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Gerade jetzt in der Hochsaison sind schon sehr viele von diesen Bussen unterwegs, die alle gleichzeitig an den gleichen Fotostops halten, wo sich dann Horden von Südkoreanern in Pose schmeißen. Eigentlich ist dies nicht ganz unser Fall – dennoch waren wir froh, noch mehr von der Insel gesehen zu haben. Außerdem lernten wir im Bus Arian und Christian kennen, ein unheimlich lustiges Vater-Sohn Gepann aus dem hohen Norden, sowie Dani aus Linz. Auch dieser Abend wurde somit etwas länger :)

DCIM102GOPRO IMG_3031 (Large) IMG_3035 (Large) IMG_3037 (Large) IMG_3044 (Large) IMG_3053 (Large) IMG_3070 (Large) IMG_3075 (Large) IMG_3076 (Large)

In den nächsten Tagen heisst es Abschied nehmen von Russland, langsam aber sicher machen wir uns auf den Weg in die Mongolei!

DCIM102GOPROBye, Bye Russland!


Kommentare

Baikal – der See der Seen — 5 Kommentare

  1. Hallo ihr zwei, des is ja a ganz a schene Gegend und gfreit mi, dass ihr so liabi Leid kenna lernts. Hoffentlich san de Bärn dort nur an da Leine, ned das amoi Oana auf eier Nutella losgeht (hi,hi) Irgendwie is de Zeit da a bissi stehbliem, wenn ma de Autos,Motorradl oschaut, gfoat ma aber superguad, da passt mei Punto a boid dazua. Lassts eich guad geh und ihr machts des echt guad, schauts gaaaaaaaanz vui o und lernts de Leid kenna. Bussal W

  2. Servus ihr zwei,
    hab grad schmunzeln müssen, weil die Seite betzgi.ch uns viel bei der Planung der Asien-Radlreise 2008 geholfen hat. Und jetzt treffts ihr ihn höchstpersönlich!:)
    Baikalsee, Mongolei, China… des war ja damals auch unsere Route. Passts in Ulan Bator auf Taschendiebe auf, mein Rucksack war am ersten Tag furt!
    Ansonsten viel Spaß!
    Barni

  3. Guten Abend,
    Haben die Adresse von Aki bekommen und verfolgen mit Freude und Interesse eure Reise.
    Schreibt schön anschaulich, und die Bilder sind toll!!
    Wünschen euch weiterhin viele gute Begegnungen und Eindrücke und warten gespannt auf die Fortsetzungen!
    Schöne Reise
    Bernd

    • Hallo ihr beiden! Dankeschön, das freut uns sehr :)
      Bald gibt es wieder neues zu lesen und zu sehen! Liebe Grüße nach Hessen!

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